Gourmet-Koch sammelt Hunderte Speisekarten: Sammlung ist kulinarische Reise durch Sachsen

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Dresden - "Ein guter Sachs' will genießen - nicht prassen" - der Titel eines seiner Bücher darf als Lebensmotto des 2025 verstorbenen sächsischen Gourmet-Kochs und Publizisten Reinhard Lämmel (†75) angesehen werden. Was geschlemmt wurde, verrät Lämmels rund 1500 Menü- und Speisekarten umfassende Sammlung.

Reinhard Lämmel (†75) in der Schlossküche von Schloss Weesenstein. (Archivfoto)
Reinhard Lämmel (†75) in der Schlossküche von Schloss Weesenstein. (Archivfoto)  © SLUB Dresden

Sie gehört nun zum Deutschen Archiv der Kulinarik, das in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden ansässig ist. Lämmels Witwe Liane übereignete den wertvollen Nachlass in diesem Monat dem Archiv.

Zuletzt waren Lämmels Schätze 2012 in der Sonderausstellung "Aufgetischt! - Menükarten und Tafelschnickschnack" in der Kornkammer der Burg Stolpen zu sehen.

"Mein Mann war mit großer Leidenschaft Sammler. Er hat über Jahrzehnte hinweg mit tiefem Verständnis und großer Leidenschaft Speise- und Menükarten zusammengetragen", sagt Liane Lämmel.

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Die ältesten Menükarten stammen aus dem 19. Jahrhundert, die jüngsten dokumentieren mit Exemplaren der Dresdner Interhotels aus den 60er- und 70er-Jahren die DDR-Gastronomie.

In einem Album vereint: verschiedene Menükarten aus dem späten 19. Jahrhundert.
In einem Album vereint: verschiedene Menükarten aus dem späten 19. Jahrhundert.  © SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner
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Speisekarte der Bahnhofswirtschaft Heinrich John, um 1900.
Speisekarte der Bahnhofswirtschaft Heinrich John, um 1900.  © SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner
Menükarte "Zur Erinnerung an das Fest Bankett des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen in Schandau, Sächsische Schweiz", um 1900.
Menükarte "Zur Erinnerung an das Fest Bankett des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen in Schandau, Sächsische Schweiz", um 1900.  © SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner
Auch im Archiv: die Kochhandschrift "Menus" von 1909 aus dem Nachlass Ernst Herbert Thiel.
Auch im Archiv: die Kochhandschrift "Menus" von 1909 aus dem Nachlass Ernst Herbert Thiel.  © SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner
Die Speisekarte beweist es: Im Dresdner Interhotel Astoria kostete 1965 eine Tagessuppe 60 Pfennige.
Die Speisekarte beweist es: Im Dresdner Interhotel Astoria kostete 1965 eine Tagessuppe 60 Pfennige.  © SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner

Welche Köstlichkeiten gab es im Interhotel Motel in Dresden?

Schloss Weesenstein - fünf Jahre war die Schlossküche das Reich von Reinhard Lämmel.
Schloss Weesenstein - fünf Jahre war die Schlossküche das Reich von Reinhard Lämmel.  © IMAGO/pictureteam

Lämmel selbst prägte die exquisite Küche des Hotels Bellevue, bevor er die Schlossküche auf Weesenstein von 1996 bis 2001 bewirtschaftete. Unter seiner Leitung wurde das Restaurant mit 14 Punkten im Gault-Millau ausgezeichnet.

Lämmels Speisekarten verraten etwa, welche für DDR-Bürger kaum zu ergatternden Köstlichkeiten zu Silvester 1974 im Interhotel-Motel auf der Dresdner Münzmeisterstraße serviert wurden - mit Geflügelsalat gefüllter Pfirsich, Schildkrötensuppe und Lendenschnitte.

Sie erinnern mit Karten um 1900 an die Wirtschaft von Heinrich John im Dresdner Hauptbahnhof oder an das Festbankett des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen in Schandau.

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Kurz: Sie sind eine kulinarische Reise durch Sachsen.

Titelfoto: Bildmontage: SLUB Dresden, SLUB Dresden/Ramona Ahlers-Bergner

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