"Groß angelegter Betrug": Dresdner Weihnachts-Circus warnt vor Abzocke
Dresden - Ein Klick und schon könnte man in die Falle getappt sein: Im Internet werden derzeit Eintrittskarten für den Dresdner Weihnachts-Circus mit deutlich überhöhten Preisen angeboten. Wer nicht aufpasst, landet schnell bei Viagogo.
Die Plattform wird bei Google als gesponsertes Ergebnis häufig zuerst angezeigt, wenn nach Tickets für die Veranstaltungen gesucht wird. Die Circus-Betreiber warnen ausdrücklich vor einem Kauf dort.
"Das ist ein Enkeltrick im Netz", sagt Direktor Sascha Köllner (48) im Gespräch mit TAG24. Es würden vor allem ältere, ahnungslose Menschen "abgezockt", die bei der Suche den erstbesten Vorschlag nehmen würden. "Die Leute merken gar nicht, dass sie zu viel bezahlt haben. Sie melden sich bei uns, weil keine Tickets ankamen."
In einem konkreten Fall habe eine Familie die Tickets erst nach mehrfachem Druck erhalten und das für einen horrenden Preis – statt 225 Euro für 380 Euro. Die Karten seien zudem manipuliert gewesen (Nachweis liegt TAG24 vor). "Es fehlten etwa der Name des Käufers und der Ticketpreis. Das ist ein groß angelegter Betrug", ist der 48-Jährige überzeugt.
Er sorgt sich, dass sie Besucher ausgerechnet zur Weihnachtszeit wieder nach Hause schicken müssen, weil Plätze durch Viagogo womöglich mehrfach vergeben worden seien. "Das würde uns das Herz brechen."
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Warnung vor Viagogo-Ticketkauf
Weihnachts-Circus verschickt Unterlassungserklärungen
Der Verkauf auf Viagogo bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Jedoch hat "Ticketmaster" als offizielles und autorisiertes Unternehmen die Plattform in seinen AGB ausgeschlossen.
Deshalb hat der Dresdner Weihnachts-Circus über seine Anwälte Unterlassungserklärungen verschicken lassen, die auch an Google gingen. "Durch die gute Sichtbarkeit von Viagogo entstehen vor allem die Probleme", so Sascha Köllner.
Auf TAG24-Anfrage schreibt Google nur allgemein, dass man keine Aufsichtsbehörde für den sekundären Tickethandel sei, sondern als Werbeplattform agiere. Gemäß der Richtlinien müssten Wiederverkäufer klar angeben, dass sie Zweitanbieter seien.
Viagogo lässt zum Sachverhalt auf Anfrage wissen: "Die Preise werden von den jeweiligen Verkäufern bestimmt, und Fans entscheiden selbst, ob sie ein Ticket zu diesem Preis kaufen möchten."
Den Vorwurf, dass Eintrittskarten verändert worden seien, weise man zurück. "Bei E-Tickets überprüft unsere Software hochgeladene Tickets, erkennt Duplikate und identifiziert Anzeichen für Manipulation oder Fälschung." Verkäufer, die gegen die Regeln verstoßen oder Tickets nicht liefern, müssten mit Sanktionen, finanziellen Strafen oder dem Ausschluss von der Plattform rechnen.
Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, Petra Hornig

