Dresden - So etwas sieht man auch nicht alle Tage: In der vergangenen Woche erreichten zwei gekuppelte Triebzüge der S-Bahn Hamburg den Dresdner Hauptbahnhof. Ein Trainspotter hielt die Einfahrt auf Video fest. Doch was war der Anlass dafür?
Auf TAG24-Anfrage teilte "Alstom Transportation Germany" mit, dass die zwei Zugteile auf Probefahrt unterwegs gewesen sind und anschließend wieder zum Werk nach Bautzen zurückgebracht worden seien, wo die Produktion und Inbetriebnahme der Baureihe 490 erfolge.
"Da die Bahnstrecke zwischen Dresden und der deutsch-polnischen Grenze nicht elektrifiziert ist, werden am Standort gefertigte Züge für Probefahrten zu elektrifizierten Bahnabschnitten transportiert", erklärte Sprecher Jörn Bischoff.
Die Überführung zwischen dem Alstom-Werk und der Abstellanlage Dresden-Reick übernimmt dabei die ITL Eisenbahngesellschaft mit einer Diesellok im Auftrag des Herstellers, wie die Captrain Deutschland-Gruppe auf Nachfrage bestätigte.
Auf welchen Strecken die gefertigten Züge in der Region getestet werden, will Alstom nicht verraten. "Entsprechende Informationen zu fabrikneuen Fahrzeugen sind in Graffiti-Kreisen heiß begehrt", weiß das Unternehmen.
Trainspotter-Video zur Baureihe 490 in Dresden
Auftrag über 64 Züge für Hamburger S-Bahn-Netz
Alstom zufolge werden die fotografierten Triebzüge, die als Zweisystem-Variante einen Dach-Stromabnehmer sowie eine seitliche Stromschiene (für das Hamburger S-Bahn-Netz) besitzen, "zeitnah" für den Fahrgasteinsatz ausgeliefert.
Der Abruf von Fahrzeugen für die S-Bahn Hamburg umfasse insgesamt 64 Züge à drei Wagen. "Die konkrete Frequenz der Auslieferungen wird in Abstimmung mit dem Kunden definiert", heißt es.
Bislang seien sechs Fahrzeuge abgenommen worden. "Zwei weitere Züge befinden sich zur Abnahme in Hamburg und das nächste Zugpaar steht bereits in den Startlöchern für die Auslieferung."
In Bautzen würden zurzeit ebenso Regionalzüge für den rumänischen und bulgarischen Markt gefertigt.