Hunderttausende Tonnen in die Tonne: Müll soll in Dresden teurer werden
Dresden - Die Mülltonne wird zum kleinen Kostentreiber: Ab 2027 sollen die Abfallgebühren im Schnitt um 4,3 Prozent steigen, und wer Extra-Service will oder seinen Müll falsch abstellt, muss zusätzlich blechen.
Die neue Gebührenordnung soll bis Ende 2028 gelten, der Stadtrat soll am 29. Oktober darüber entscheiden.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) verteidigt die Erhöhung: "Wir tragen Verantwortung dafür, dass die Abfallentsorgung auch in Zukunft zuverlässig, leistungsfähig und umweltgerecht funktioniert." Gleichzeitig müsse die Belastung für die Bürger "so gering wie möglich" bleiben.
Besonders bei der Blauen Tonne wird es künftig strenger: Wer Kartons und Pappen daneben stellt, soll dafür zahlen. Zusätzlich sind für die Blaue Tonne Transportweg-Gebühren geplant, wenn der Standplatz mehr als 15 Meter vom Entsorgungsfahrzeug entfernt liegt und trotzdem der Vollservice genutzt wird.
Wie viel sich in Dresden jedes Jahr ansammelt, zeigt die Abfall-Bilanz 2025: Fast 187.000 Tonnen Müll kamen zusammen (drei Tonnen pro Einwohner), der Großteil aus privaten Haushalten.
Jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten direkt in dein Postfach.
- Lokale Nachrichten aus Dresden & Umgebung
- Exklusive Hintergrundberichte
- Jederzeit abbestellbar
Neue Gebühren haben ihre Gründe
Besonders ins Gewicht fällt der Restabfall mit mehr als 72.000 Tonnen. Dazu kommen Bio- und Grünabfälle, Sperrmüll und fast 3000 Tonnen Elektroschrott.
Und auch illegal entsorgter Müll belastet die Stadtkasse: 2025 mussten 416 Tonnen unerlaubt abgelagerter Abfälle beseitigt werden. Kostenpunkt: rund 425.000 Euro.
Die neuen Gebühren haben also ihre Gründe, müssen aber noch durch die zuständigen Ausschüsse und den Stadtrat.
Jähnigen sagt: "Die Leistungen, die die Abfallwirtschaft für die Dresdner erbringt, stehen weiterhin in einem sehr guten Verhältnis zu den Kosten."
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, Eric Münch

