Jugendbanden und Vermüllung: Ist am Postplatz ein neuer Angstraum entstanden?
Dresden - Seit Eröffnung der Citywache vergangenes Jahr sind die Straftaten am Wiener Platz teils zurückgegangen. Doch die steigende Kriminalität am Postplatz alarmiert. Haben sich die Konflikte einfach verlagert? Ist gar ein neuer Brennpunkt entstanden?
Straftaten haben laut Polizei zugenommen, darunter Diebstähle und Gewaltdelikte. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 247 Vergehen erfasst, fast doppelt so viele wie vor zwei Jahren.
Im Gespräch mit TAG24 geben mehrere Passanten an, die Gegend abends aus Angst zu meiden. "Ohne Begleitung gehe ich als Frau hier nicht lang", sagt etwa Ivonne Straube (49). Hausmeister Arndt Helaß (63) räumt die Hinterlassenschaften derjenigen weg, die am Platz herumlungern. "Ich bin jeden Morgen Zeuge dessen, was in der Nacht am Postplatz passiert."
Doch auf Anfrage von Stadträtin Silke Schöps (50, AfD) stellt die Stadtverwaltung klar: Trotz steigender Straftaten ist der Postplatz noch kein Kriminalitätsschwerpunkt, tatsächliche Anhaltspunkte für "erhebliche Gefahren für die öffentliche Sicherheit" gebe es derzeit nicht - deshalb ist auch Videoüberwachung tabu.
Die Probleme seien "fundamental" verschieden von denen am Wiener Platz. Denn während rund um die Citywache der Drogenhandel im Mittelpunkt stehe, würden Delikte auf dem Postplatz vor allem "aus dem Auftreten rivalisierender jugendlicher Gruppierungen resultieren". Eine Verlagerung der Kriminalität finde nicht statt ...
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Personalbedarf für Postplatz hat Folgen
Dennoch hat die Polizei mehr Streifen im Einsatz, und auch die Stadt rüstet auf. Wegen der vielen Beschwerden würden mittlerweile "von dienstags bis samstags im Spät- und Nachtdienst verstärkt gezielte Präsenzeinsätze der Besonderen Einsatzgruppe" des Ordnungsamts durchgeführt.
Hinweisen zu Lärm und Vermüllung werde nachgegangen, bei "störender Beschallung durch Musikboxen" auf die Einhaltung der Lärmschutzvorgaben hingewirkt.
Die Stadt räumt sogar ein: Der hohe Personalbedarf für den Postplatz hat Folgen für andere Aufgaben des Ordnungsamts!
So könne es "insbesondere bei der regulären Aufgabenwahrnehmung zu einer geringeren Streifendichte beziehungsweise zu längeren Wartezeiten bei der Bearbeitung einzelner Aufträge kommen".
Womöglich ersparen die Unruhen rund um den Postplatz dem ein oder anderen Parksünder also das Knöllchen ...
Titelfoto: Bildmontage:Thomas Türpe//xcitepress / Florian Varga//Robert Michael/dpa
