Laute Hauptstraße ärgert Anwohner: Nach Kaisermania ist es am schlimmsten! Petition gestartet
Dresden - In einer Wohnung mit Blick auf den Goldenen Reiter leben - das muss traumhaft sein. Doch das vermeintliche Idyll ertragen die Anwohner Roland Steffan (85) und Hans-Jörg Schwabl (82) nicht mehr. Der Grund: "unerträglicher" Lärm. Sie halten ihre Fenster geschlossen, tragen Gehörschutz, messen Dezibelwerte.
Nicht täglich, aber allzu oft sei der Lärmpegel in den Wohnungen am Neustädter Markt nicht auszuhalten, berichtet das Paar.
Seit über 20 Jahren haben Steffan und Schwabl ein Zuhause mit Blick auf den Goldenen Reiter - nicht weit entfernt von der Filmnächte-Bühne und direkt an der Hauptstraße mit ihren Märkten, Festen, Versammlungen.
"In den Anfangsjahren gab es hier eine Balance zwischen städtischem Leben und Wohnen. Doch der Lärm hat sich ausgebreitet wie ein Krebsgeschwür", klagt Roland Steffan.
"Man kann weder geistig arbeiten noch Besuch empfangen noch telefonieren. Und das trotz zweifach verglaster Fenster, die wir bei Veranstaltungen geschlossen halten."
Seit drei Jahren messen sie sogar den Lärm. In der Wohnung steigt die Lautstärke demnach auf bis zu 70 Dezibel - draußen teils auf über 100 Dezibel.
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Anwohner: "Am schlimmsten ist es, wenn Roland Kaiser auftritt"
In der Gegend gelten nach der Freizeitlärmrichtlinie vor den Fenstern grundsätzlich Richtwerte von 60 Dezibel tagsüber, bei besonderen Veranstaltungen bis zu 70. Nachts sind es 45 Dezibel.
"Am schlimmsten ist es, wenn Roland Kaiser auftritt. Die Party verlagert sich hinterher auf die Hauptstraße, bis 3 Uhr nachts brüllen Tausende von Kehlen Schlagermusik."
Seit diesem Frühjahr tragen die Anwohner Gehörschutz in der Wohnung, wenn es draußen laut wird, haben 350 Euro für ein Protestplakat ("Lärm macht krank. Es reicht!") ausgegeben und eine Petition gestartet. Auf TAG24-Anfrage kündigt das Rathaus ein internes "Abstimmungsgespräch" zum weiteren Vorgehen mit Veranstaltungen im Umfeld an.
Andere wie Augustusmarkt-Veranstalter Holger Zastrow (57, Team Zastrow) haben weniger Verständnis für die Lärmbeschwerden: "Es gibt genug Orte, wo gar nichts los ist. Wir leben in einer Großstadt, die pulsieren soll. Die Freude von Tausenden Festbesuchern hat auch einen Wert."
Titelfoto: Montage: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild, Norbert Neumann

