Mitten in der Neustadt: Barkeeper verwandelt kahles Beet in Kürbis-Paradies
Dresden - Anfang Juni stellte die Stadt für rund 50.000 Euro neue Pflanzkübel und Sitzbänke auf der Louisenstraße auf. Doch statt schöner Blumen und sattem Grün finden sich darin teilweise Kippen und Müll. Barkeeper Justin Strombach (30) von der Kneipe "Little Creatures" hatte für einen kahlen Fleck eine besondere Idee. TAG24 hat mit ihm gesprochen.
Seit Anfang Juni läuft auf der Louisenstraße das Projekt "Sommerstraße 2026". Doch nicht überall sprießt es bislang. Ein leeres Beet direkt vor der Kneipe "Little Creatures" fiel Justin Strombach ins Auge. Kurzerhand beschloss der 30-Jährige, selbst Hand anzulegen.
Wie Justin im Gespräch mit TAG24 erzählt, hat er vom Gärtnern eigentlich wenig Ahnung. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, Samen zu besorgen und Kürbisse und Sonnenblumen in das leere Beet zu pflanzen. Die Blumen haben dabei einen besonderen Grund: Sie sind das Markenzeichen seines Lieblingssängers GReeeN.
Dessen Zitate "Der Sinn des Lebens, ist dem Leben einen Sinn zu geben" und "Der Trick ist, wieder Kind zu sein" passen für Justin perfekt zu seinem kleinen Gartenprojekt und haben ihn dazu inspiriert, einfach loszulegen.
Seitdem kümmert sich der 30-Jährige regelmäßig um die Pflanzen: "[...] vor der Arbeit, nach der Arbeit und zwischendurch in meiner Freizeit. Je nach Wetter gieße ich und entferne kaputte Blätter", erzählt er. Die Stadt hat nichts dagegen.
Ernten möchte er die Kürbisse allerdings nicht - "mir schmeckt Kürbis ehrlich gesagt auch gar nicht", lacht Justin. "Wenn sie groß genug geworden sind, können sie gerne von anderen mitgenommen werden."
Bis dahin hat der 30-Jährige die Idee, das Beet "Halloween-mäßig" zu schmücken. Außerdem möchte er passend dazu einen Kürbis-Cocktail in der Bar "Little Creatures" anbieten.
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Das Projekt "Sommerstraße 2026" läuft bis Oktober
Sein kleines Gartenprojekt blieb in der Neustadt nicht unbemerkt. Immer wieder sprechen Passanten Strombach auf das Beet an, einige machen sogar Fotos. Aus dem einst kahlen Pflanzbeet ist inzwischen ein kleiner Hingucker auf der Louisenstraße geworden. "Ich bekomme ausschließlich positive Reaktionen", erzählt Justin.
Wie lange er noch Gärtner sein darf, ist allerdings unklar. Das Projekt läuft zunächst bis Oktober. Ob die Beete nach dem Ende des Tests dauerhaft Teil der Louisenstraße bleiben, ist noch offen.
Für Strombach steht jedenfalls fest: Ein bisschen mehr Grün kann der Neustadt nicht schaden, "gerade in der Stadt zwischen dem ganzen Grau, Asphalt und Beton".
Für die Beete sieht er noch viel Potenzial: "Man könnte zum Beispiel jedes Jahr einen kleinen Straßen-Wettbewerb machen: Wer gestaltet das schönste Beet?"
Wie geht es weiter mit den Pflanzbeeten?
Wie eine Pressesprecherin der Stadt Dresden gegenüber TAG24 mitteilt, erprobt die Landeshauptstadt im Rahmen der Testphase Elemente zur Straßenraumbegrünung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Louisenstraße.
Die Pflanzbeete spielen dabei eine besondere Rolle: Sie sollen zeigen, wie eine mögliche spätere Umgestaltung der Straße aussehen könnte. "Die temporären Pflanzbeete dienen dabei als Platzhalter für mögliche Baumpflanzungen 2027", erklärt die Sprecherin.
Ob die Beete Ende Oktober dann tatsächlich verschwinden, lässt die Stadt zunächst offen. Die Holzelemente seien "baulich für einen Einsatz bis 2027 konzipiert", heißt es.
Ein Zwischenfazit zum Projekt gibt es derzeit ebenfalls noch nicht. Die Stadt verweist darauf, dass die Testphase noch läuft und die Dresdner ihre Meinung über eine Online-Umfrage auf der Seite der Stadt abgeben können.
"Die Ergebnisse werden nach Abschluss der Testphase ausgewertet und sollen als Grundlage für eine mögliche Verstetigung der eingesetzten Elemente dienen", so die Stadtsprecherin.
Abhängig von den Ergebnissen sollen dem Stadtrat dann 2027 Vorschläge zur Verstetigung und zur dauerhaften Neugestaltung der Louisenstraße zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis

