Dresden - Sie sind aus dem Erscheinungsbild der Prager Straße eigentlich nicht mehr wegzudenken: Seit mehr als zwei Jahrzehnten stehen die vier runden Pavillons auf der Shoppingmeile und bieten Einkaufsbummlern und Touristen ein vielfältiges Imbissangebot. Doch bis Ende des Jahres sollen die bekannten Mini-Gebäude verschwinden, den Betreibern wurde bereits gekündigt.
Ob Pizza, Eis oder Bier - seit 2005 gibt es in jedem der vier Blech-Pavillons auf der Prager Straße etwas anderes zu snacken.
Der Stadt sind die Pavillons aber ein Dorn im Auge, sie würden optisch zu "unübersichtlich" und zu klein sein. Eine Vergrößerung käme aufgrund des Standorts zwischen den Bäumen und der Freitreppe aber nicht infrage.
Auch die Müll-Situation sei ein Problem, da die Pavillons keine geeigneten Abstellmöglichkeiten für Tonnen bieten würden. Überhaupt gebe es Probleme mit der Entsorgung der Abfälle.
Aus diesem Grund wurden den Betreibern im Juni mit Frist bis zum Jahresende alle Verträge gekündigt. Zuerst berichtete darüber die DNN.
Betroffen sind die Blech-Bauten in Höhe der Hausnummern 4 und 4a, erklärt das Rathaus auf TAG24-Anfrage. Die von den Betreibern gewünschte Vertragsverlängerung um vier Jahre wurde von der Verwaltung abgelehnt.
Pavillons sollen auf Betreiberkosten abgerissen werden
Der Kommunale Präventionsrat der Stadt hat die Pavillons und Mülltonnen als "Sichthindernis" identifiziert, so Stadtsprecher Alexander Buchmann. Es würde sich "ungünstig auf die Einsehbarkeit und damit die soziale Kontrolle des Stadtraumes" auswirken. Früher wären die Pavillons zudem einheitlich gestaltet gewesen.
Deshalb sollen die Imbissangebote nicht nur aus den Blechgebäuden raus, die Pavillons selbst sollen komplett verschwinden. Auf den Kosten bleiben die vier Betreiber-Familien sitzen.
Die Stadt schrieb die Pavillons im Jahr 2004 öffentlich aus. Mathematiker Mansour Bekhtaoui setzte sich damals laut der Sächsischen Zeitung gegen die Konkurrenten durch und sicherte sich das Angebot.
Nach einer kostspieligen Investition vermietete er drei der Pavillons an andere Betreiber. Im übrigen Blechgebäude arbeitet nun seine Tochter.
Für die Zukunft sind keine alternativen Imbissangebote zu den Pavillons geplant. "In den letzten Jahren hat sich das gastronomische Angebot ausgeweitet. Es reicht von Imbissangeboten bis zu Restaurants und ist heute sehr breit aufgestellt", so Buchmann. Als die Blechbuden vor über 20 Jahren errichtet wurden, sah das noch ganz anders aus.
Originaltext von 12.36 Uhr, zuletzt aktualisiert um 13.45 Uhr.