Öffis unter Druck, Autos auf der Überholspur: Dresden verfehlt sein eigenes Verkehrsziel
Dresden - Die Landeshauptstadt will den Autoanteil auf ihren Straßen mit allerlei Maßnahmen deutlich senken. Doch die neue Verkehrsprognose zeigt: Selbst 2040 soll die Stadt noch über ihrem eigenen Ziel liegen. Besonders brisant: Während Bus und Bahn eigentlich wachsen sollen, könnten geplante DVB-Kürzungen den ÖPNV sogar zurückwerfen.
Aktuell werden laut dem neuen Integrierten Verkehrsmodell 31 Prozent der Wege in Dresden mit Auto oder Motorrad zurückgelegt. Bis 2040 sinkt dieser Anteil demnach nur auf 29 Prozent. Der Radverkehr steigt von 16 auf 18 Prozent, Bus und Bahn von 20 auf 21 Prozent.
Dabei hatte sich Dresden ein ehrgeizigeres Ziel gesetzt: Nur noch 25 Prozent der Wege sollen künftig auf den motorisierten Individualverkehr entfallen. Dieses Ziel werde mit der aktuellen Prognose "nicht erreicht", räumt die Stadt auf TAG24-Anfrage ein.
Diese sogenannte Basisprognose schreibt im Wesentlichen bekannte Entwicklungen und bereits beschlossene Maßnahmen fort.
Die rund 70 Maßnahmen des neuen Mobilitätsplans 2035+ sollen erst Anfang 2027 dem Stadtrat vorgelegt und anschließend angerechnet werden.
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Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel in Dresden
Ein Radverkehrsanteil von 18 Prozent im Jahr 2040 könne "nicht als Erfolg bezeichnet werden", schreiben die Fahrradlobbyisten vom ADFC. Der Verband selbst hält 30 Prozent Radverkehr für möglich und fordert deutlich mehr Investitionen. "Die Prognose verstehen wir als Warnsignal."
Besonders brisant ist die Prognose für die Dresdner Verkehrsbetriebe. Ihr Anteil steigt bis 2040 lediglich von 20 auf 21 Prozent. Dahinter stecken immerhin rund 25.000 zusätzliche ÖPNV-Fahrten pro Werktag. Das sei "sicher nicht ausreichend", so ein Sprecher.
Um Autofahrer zum Umstieg zu bewegen, brauche es vor allem ein gutes Liniennetz, dichte Takte und schnelle Verbindungen. Doch wegen der angespannten Haushaltslage wird über Kürzungen beim Angebot diskutiert. Werden die beschlossen, sinke der ÖPNV-Anteil sogar.
Autolobbyist Holger Zastrow (57, Team Zastrow) sieht sich indes bestätigt: "Das Auto bleibt auch 2040 das wichtigste Verkehrsmittel in Dresden."
Titelfoto: Holm Helis

