Dresden - Die Kündigung der Pavillons an der Prager Straße löst nicht die Probleme der Einkaufsmeile. Dass die blechernen Buden nicht besonders hübsch sind, ist klar. Sie als "Sichthindernis" aus dem Stadtbild ausradieren zu wollen, ist jedoch zu kurz gedacht. Ein Kommentar.
Denn wichtiger als ihr Aussehen ist ihr Zweck. Bratwurst für 3,50 Euro und auch Pizza, Eis und Limo zu bezahlbaren Preisen - nicht jeder kann sich im gemütlichen Café oder Starbucks nebenan einen "frisch gebrühten Filterkaffee" für fünf Euro leisten. Die Pavillons sind nicht ohne Grund bei Touristen und Einheimischen beliebt.
Klar ziehen sie auch Klientel an, die manch einer als störend empfindet. Doch auch sozial schwächer gestellte Dresdner dürfen ihr Bierchen genießen.
Und wenn sie es an den Pavillons nicht (mehr) bekommen, dann holen sie es sich eben aus dem nahen Aldi und hängen dort oder an den Brunnen ab.
Apropos: Wichtiger fürs Erscheinungsbild der Prager Straße wäre es zunächst einmal, die Wasserspiele im Sommer durchgängig sprudeln zu lassen. Oder gegen den Wildwuchs an wirren und bunten Werbe-Aufstellern vorzugehen. Die verstellen den Blick auf die Kunst am Bau oder auch die schönen Säulengänge der prägenden 70er-Jahre-Architektur.
Das hatte die Verwaltung auch selbst erkannt, steckte 2023 einiges Steuergeld in die Erarbeitung einer entsprechenden Werbe- und Gestaltungssatzung. Doch eine Ratsvorlage zum Beschluss wurde letztlich zurückgezogen. Solange es aber kein passendes Gesamtkonzept für die Gestaltung der Prager Straße gibt, sollten die Pavillons bleiben dürfen.