Plötzlich grüne und rote Smileys für Autofahrer in Dresdner Neustadt: Das steckt dahinter
Dresden - Diese Verkehrsanzeige kennt keine Gnade: Ab sofort steht in der Rudolf-Leonhard-Straße ein Display, das Verkehrsteilnehmern unmittelbar spiegelt, ob sie sich an Tempo 30 halten oder nicht - und zwar per Smiley.
Ist die Stauffenbergallee voll, weichen Autofahrer gern über die Buchenstraße in die Rudolf-Leonhard-Straße aus, um am Spielplatz vorbei parallel zur Königsbrücker Straße in die Innenstadt zu gelangen.
Angesichts der beginnenden Sanierungsarbeiten der "Köni" wird künftig mit noch mehr Verkehr im Hechtviertel gerechnet.
"Der Wunsch kam aus den Stadtbezirken und Ortschaften, mit diesen Dialogdisplays für mehr rücksichtsvolles Fahren insbesondere vor Kitas, Schulen und Spielplätzen zu werben", erklärt Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).
Die Kosten werden ebenfalls von den Stadtbezirken getragen. Der Regiebetrieb der Landeshauptstadt installiert und wartet die Systeme nach vorhergehender Prüfung der Standorte. Allein drei Smiley-Displays sind für die Neustadt vorgesehen. Kostenpunkt hierfür: 19.200 Euro.
"Bei der Standortwahl haben die Bürger ihre Wünsche eingereicht, aber auch die Beiräte selbst", erläutert André Barth (59), Bezirksamtsleiter für Altstadt und Neustadt.
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Baubürgermeister Stephan Kühn: "Niemand wird abfotografiert"
Wissenschaftliche Studien der TU Dresden hätten ergeben, dass "die Displays wirken und Autofahrer ihr Verhalten anpassen", so Kühn.
Dabei kennt das Display keine Gnade: Wer auch nur einen km/h zu schnell fährt, erntet einen roten und grimmigen Smiley.
Der Baubürgermeister unterstreicht: "Niemand wird abfotografiert und bekommt einen Strafzettel. Die Displays sind eine Maßnahme zum Dialog im Stadtverkehr."
Eine weitere Display-Tafel wurde am Montag an der Münzmeisterstraße/Südhöhe vor der Sporthalle der 70. Grundschule angebracht.
Insgesamt 26 Displays sollen bis Oktober im gesamten Stadtgebiet installiert werden.
Titelfoto: Thomas Türpe

