Ringen ums Lingnerschloss: Insolvenzverwalter erhöht Druck auf Dresdens Stadträte

Dresden - Am Donnerstag soll der Stadtrat entscheiden, ob die Investoren Thomas Bohn (59) und Oliver Kreider (60) das Erbbaurecht fürs Lingnerschloss für die nächsten 44 Jahre übernehmen dürfen. Das empfiehlt OB Dirk Hilbert (54, FDP), eine Mehrheit hat seine Vorlage in den Vorabstimmungen jedoch nicht gefunden. Nun versuchen die Insolvenzverwaltung und die beiden Investoren, den Druck auf die Räte massiv zu erhöhen, ihr Angebot anzunehmen.

Insolvenzverwalter Lucas Flöther (52) erhöht den Druck auf die Stadträte.  © dpa/Sebastian Willnow

Sollte der Stadtrat den Verkauf für 1,65 Millionen Euro an Bohn und Kreider ablehnen, werde man das Gericht urteilen lassen, teilt ein Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas Flöther (52) mit. Einer Verlängerung der Vergleichsfrist am Oberlandesgericht (OLG) werde man nicht zustimmen.

Für Dresden könne das teuer werden, warnen die beiden Investoren in einem Schreiben ihres Lingner-Forums.

Hintergrund ist die Beschlussempfehlung des Verwaltungsausschusses in der vergangenen Woche. Der OB soll den Verkauf ablehnen und dem Gericht signalisieren, weiterhin bereit für einen Vergleich zu sein. Das soll auch den Weg freimachen für eine mögliche Einigung mit der 15-köpfigen zweiten Bietergruppe ("Ein Schloss für alle").

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In früheren Gesprächen mit TAG24 hatte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung diese Variante auch als denkbar und umsetzbar beschrieben - jetzt ist davon jedoch keine Rede mehr.

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Die Entscheidung, wie es mit dem Lingnerschloss weitergeht, soll am Donnerstag fallen.  © Norbert Neumann

Linken-Fraktionschef André Schollbach spricht von "Drohkulisse"

Spricht von einem "ungehörigen Vorgehen": Linken-Fraktionschef André Schollbach (47).  © Thomas Türpe

Im Gegenteil: Ein Nein des Rates am Donnerstag könnte für die Stadt "einen weiteren Rechtsstreit, Kosten in Millionenhöhe und für das Lingnerschloss eine erneute Schließung bedeuten", nehmen die beiden Investoren Bezug auf das Schreiben des Insolvenzverwalters.

Demnach könnte Dresden auf rund 2,1 Millionen Euro Prozesskosten sitzen bleiben, selbst wenn die Stadt den juristischen Streit gewinnen würde.

"Hier wird gegenüber dem Stadtrat eine Drohkulisse aufgebaut, um maximalen Druck im Interesse der beteiligten Immobilienhaie aufzubauen", sagt Linke-Fraktionschef André Schollbach (47).

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"Ein derart ungehöriges Vorgehen erntet unser deutliches Missfallen." Auf ihrem Stadtparteitag sprach sich der Stadtverband der Linken am Sonnabend einstimmig gegen die Privatisierung des Schlosses aus.

"Wir lassen uns davon nicht beeindrucken", sagt SPD-Stadträtin Kristin Sturm-Karls (40) in Richtung Insolvenzverwalter.

SPD-Stadträtin Kristin Sturm-Karls (40) lässt sich nicht beeindrucken.  © Steffen Füssel

Sie bezweifelt, dass er sich einer weiteren Vergleichslösung verschließen kann, da diese auch im Sinne der Gläubiger sei. Auch Grüne und PVP-Fraktion lehnen den Verkauf an Bohn und Kreider ab. Die CDU berät sich noch, Fraktionschefin Heike Ahnert (45) spricht von einer "super schwierigen Entscheidung".

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