Dresden - Pech und Glück liegen nah zusammen: Am Donnerstagabend fiel plötzlich ein Baum im Blüherpark um, verletzte einen Passanten (31). In letzter Zeit häufen sich solche Fälle.
17.13 Uhr rückte die Feuerwehr in den Park am Stadion aus: Eine riesige Pappel hatte den Mann erwischt. Glücklicherweise blieb es bei leichten Blessuren an Armen und Beinen. Doch die Feuerwehr ist alarmiert.
"Seit 1. Juli wurde die Feuerwehr Dresden zu insgesamt 53 Einsätzen alarmiert, bei denen Bäume umgestürzt oder Äste herabgestürzt waren", sagt Feuerwehrsprecher Michael Klahre (46). "Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 rückten wir zu 134 Einsätzen aus, bei denen solche Gefahren beseitigt werden mussten."
Doch woran liegt das? "Die sogenannten plötzlichen Astbrüche treten gerade überall auf", sagt Andreas Roloff (71), Senior-Professor für Baumbiologie. "Die hängen mit Hitzetagen zusammen. Wenn es über 40 Grad warm wird, wird umgangssprachlich der Kleber zwischen den Zellen spröde."
Da die schwächste Stelle an einem Baum zwischen Stamm und Ast liegt, komme es dort zum Bruch. Vorhersehbar oder verhinderbar sei das nicht. Komplette Baumabbrüche wie am Donnerstag seien aber eher auf Fäulnis oder Unterversorgung zurückzuführen.
Dresdner Rathaus äußert sich zu Vorfällen
Die Stadtverwaltung sieht es ähnlich. "Eine Reihe von Extremwetterlagen kann durchaus zu einer erhöhten Einsatzzahl der Feuerwehr beigetragen haben", so eine Sprecherin.
"Eine vorbeugende Reglementierung, wie zum Beispiel bei bestimmten Waldbrandwarnstufen gab es bisher nicht. Im Rahmen von Beräumung kann es immer zu kurzzeitigen Sperrungen und Einschränkungen kommen", sagte sie weiter.
Nach Extremwetterereignissen komme es regelmäßig zu zusätzlichen Kontrollen.