Strombedarf hat sich verdreifacht: Dresdner Umspannwerk wird Schlüsselstelle
Dresden - Dresden unter Strom! Bis 2030 soll sich der Bedarf durch Energiewende und Chipindustrie verdreifachen. Dafür verlegt SachsenEnergie nicht nur unterirdische Trassen, die den Süden und Norden der Stadt verbinden. Auch das Umspannwerk in Räcknitz wurde jetzt modernisiert.
Für SachsenEnergie ist es ein Meilenstein: Über sichtbare Hochspannungsleitungen fließt der Strom oberirdisch zum Umspannwerk (unterhalb der Südhöhe) und wird von dort mit unterirdischen Trassen zu den Umspannwerken Klotzsche und Dresden-Nord weitergeleitet.
Insgesamt werden bis 2028 rund 50 Kilometer Hochspannungskabel (für 110-kV-Netz) verlegt, etwa in Rähnitz und Kaditz.
Grund für den massiven Ausbau sind nicht nur die stromhungrigen Chipwerke im Norden. Auch die Energiewende mit dem Wechsel auf E-Mobilität, (Groß-)Wärmepumpen und der Ausbau von Rechenzentren benötigt verlässliche Energie.
Es gehe um die Zukunftssicherung der Stadt und der Region, erklärt Sicherheitsbürgermeister Jan Pratzka (54, CDU).
Das betreffe nicht nur Industrie, Logistik und Handel, sondern auch die Bürger. Ohne Strom keine Wärmepumpen, ohne Strom auch auf Parkplätzen keine Elektroautos, so Pratzka.
"Und ohne Strom auch keine Digitalisierung in Schulen, Verwaltung, Unternehmen."
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Wie das Umspannwerk Räcknitz auf Sicherheit setzt
Damit der Strom künftig sicher fließen kann, wurde auch die Schaltanlage im Umspannwerk in Räcknitz leistungsfähiger ausgebaut, mit neuen Transformatoren ausgestattet.
SachsenNetze-Chef Steffen Heine (61) geht von rund fünf Milliarden Euro aus, die für den Netzausbau allein im Raum Ostsachsen (mit Dresden und Umland) bis 2045 investiert werden müssen.
Auch das Thema Sicherheit spielt eine Rolle. Nach der Aufregung um den Luftballon-Vorfall wurde um das Umspannwerk zwar nun ein höherer Zaun mit NATO-Draht und Kameraüberwachung errichtet.
Doch der bietet nicht mal Sichtschutz. Von einer aktiven Abwehr von möglichen Drohnen-Angriffen sei man noch weit weg, räumte Heine ein.
Die Landesregierung sei dran, das Thema Vorfeldüberwachung (Frühwarnung unbefugter Drohnen-Anflüge) zu diskutieren.
Man setze selbst vor allem auf Redundanz: Wenn ein System ausfalle, greife ein anderes.
Titelfoto: Holm Helis

