Was ist der gute Platz beim Bildungsmonitor wirklich wert?
Dresden - Am Spitzenplatz für Sachsen im INSM-Bildungsmonitor scheiden sich die Geister. Ganz klar: Die Mahner überwiegen.
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (48, CDU) sieht Sachsen mit dem Fokus auf Bildung und Forschung auf dem richtigen Weg. "Laut INSM-Bildungsmonitor zeigt sich die hohe Forschungsorientierung an Sachsens Hochschulen etwa an den eingeworbenen Drittmitteln je Professorin und Professor", so Gemkow.
Auch hier liege der Freistaat an der Spitze. Die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hatte am Montag ihren neuesten Bildungsmonitor veröffentlicht. Dabei kommt Schlusslicht Bremen auf 36,1 Punkte, Sachsen liegt mit 62,9 Punkten auf Platz eins.
Lina Zeeh (16) vom sächsischen Landesschülerrat weist darauf hin, dass sich der Wert im Vergleich zu 2013 um 0,4 Punkte verschlechterte. "Wir sind hier leider nicht der überragende Spitzenreiter, sondern ein erster Platz unter 16 Letzten."
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Schulgesetzänderung noch für dieses Jahr geplant
Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner (62) freut sich über das gute Abschneiden, erinnert aber an die hohe Schulabbrecherquote von neun Prozent (Bundesschnitt: 7,8 Prozent) - in Zeiten des Fachkräftemangels ein großes Problem.
Für Gerald Eisenblätter (44, SPD) ist der Spitzenplatz kein Anlass zur Selbstzufriedenheit. Er fordert eine Schulgesetznovelle und mehr Investitionen in frühkindliche Bildung.
Selbst Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) sieht die Platzierung mit dem nötigen Abstand: "Sachsen kann sich auf diesem Spitzenplatz nicht ausruhen." Er kündigte eine Schulgesetzänderung noch für dieses Jahr an.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, Bernd Weißbrod/dpa, Norbert Neumann