Wirbel um "Zigeunersuppe" am Krankenhaus-Automaten
Dresden - "Zigeunersuppe" am Krankenhaus-Automaten: Dieser Begriff sorgt für Ärger, denn er diskriminiert die Minderheiten der Sinti und Roma. Doch genau diese umstrittene Bezeichnung stand direkt am Eingang von Haus C des Klinikums Friedrichstadt auf einem Snack-Automaten.
Für die Aktivisten von "Hooligans Gegen Satzbau" ("HoGeSatzbau") Grund genug, den Fauxpas auf Instagram öffentlich zu machen.
"Dabei geht es uns nicht darum, anderen Menschen pauschal böse Absichten zu unterstellen, sondern die Perspektive der Betroffenen ernst zu nehmen", so die Aktivisten auf TAG24-Anfrage. Wenn Menschen eine Bezeichnung als abwertend empfänden, sollte man das respektieren, zumal es Alternativen gebe.
Wie die Bezeichnung auf den im Jahr 2021 aufgestellten Automaten gekommen ist, kann sich Inhaber "Automaten-Reinhardt" auch nicht erklären.
Er ist lediglich für die Technik und nicht für das kulinarische Angebot zuständig, erklärt Chef Dennis Reinhardt (48): "Es ist eine andere Firma, die sich um das Catering für die Patienten kümmert."
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Klinikum reagiert verhalten
Die Kritik war ihm bekannt, er verschaffte sich selbst vor Ort einen Überblick. War das Angebot erst abgeklebt, soll es laut Reinhardt nun sogar abgeschnitten worden sein.
"Worunter es aufgelistet wurde, war die Allergenliste. Am Automaten selbst konnte man die Suppe nie auswählen, wo der Knopf ist, steht nur 'Brühe'", weiß Reinhardt.
Auf TAG24-Nachfrage hieß es von Klinik-Sprecherin Viviane Piffczyk lediglich: "Wir haben den Sachverhalt aufgenommen und stehen hierzu im Austausch. Die Initiatoren haben inzwischen reagiert und den Sachverhalt auf ihrem Kanal positiv eingeordnet."
Titelfoto: Bildmontage: privat / Thomas Türpe
