Wohnungsloser Familienvater setzt extremen Hungerstreik fort
Dresden - Donnerstagnachmittag: Seit mehr als 72 Stunden soll Familienvater Michael Rednik (57) nach eigenem Bekunden mittlerweile weder gegessen noch getrunken haben. Eine Extremsituation, zu der auch die Minustemperaturen der Nacht davor ihren Beitrag geleistet haben dürften.
"Ich bin in der Lage, klar zu sprechen", berichtet Rednik aus seinem Winterschlafsack. "Heute morgen war ich auch schon im Wäldchen auf Toilette."
Eigentlich nehmen die Überlebens-Chancen bei einem trockenen Hungerstreik nach drei Tagen dramatisch ab. Er trocknet schlichtweg aus. Medizinisches Wunder oder Ding der Unmöglichkeit? Redniks lebhaftes Auftreten wirft Fragen auf.
Er hat seine ganz eigene Erklärung: "Der menschliche Körper funktioniert anders, als die Mediziner es behaupten", meint der gelernte Friseur.
"Und mein Geist ermöglicht, dass es funktioniert." Zumindest ist es nicht sein erstes Mal: Wegen Steuerdelikten saß der 57-Jährige bereits zweimal hinter Gittern und hatte sich mit Hungerstreiks erfolgreich freigepresst. Jetzt geht es ihm um das zwangsgeräumte Zuhause der Familie.
Droht nun die Zwangsuntersuchung? Nach dem verstrichenen Psycho-Check-Termin beim Ordnungsamt deuten alle Zeichen darauf hin. Sollte das passieren, würde Rednik es über sich ergehen lassen: "Ich werde es nicht verbieten."
Titelfoto: Eric Münch
