"Zigeunersuppe" im Krankenhaus? Automat sorgt für Aufregung

Dresden - Ein Automat, der sich im Städtischen Klinikum Dresden befinden soll, sorgt im Netz für Aufruhr. Es soll eine Suppe unter der Bezeichnung "Zigeunersuppe" angeboten werden.

"Zigeunersuppe" im Krankenhaus? Die Social-Media-Seite "Hogesatzbau" findet deutliche Worte.  © Bildmontage: Instagram/Screenshot/Hogesatzbau

Der genutzte Begriff "Zigeuner" gilt bei vielen Sinti und Roma als diskriminierend. Er ist historisch mit Ausgrenzung, Vorurteilen sowie auch Verfolgung verbunden. Obwohl ebenjene Bezeichnung bei bestimmten Lebensmitteln lange verbreitet war, steht sie inzwischen zunehmend in der Kritik.

Dass ausgerechnet eine Suppe unter dieser Bezeichnung in einem Automaten des Klinikums angeboten werden soll, wirft somit Fragen auf.

Auf das Problem aufmerksam gemacht haben die beiden Social-Media-Seiten "Aktivistmuss" und "Hogesatzbau", die es sich nach eigenen Angaben entsprechend zu ihrer Aufgabe gemacht haben, "menschenverachtenden Hass samt Verfasser ins Rampenlicht" zu stellen. Im Beitrag kritisieren sie das Angebot im Klinikum Dresden-Friedrichstadt.

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Dort heißt es: "Liebes Klinikum Dresden-Friedrichstadt, wir haben eine kleine Zeitreise gemacht. Allerdings nicht in die Zukunft der Medizin, sondern offenbar direkt in die Speisekarte der 1970er-Jahre. Denn an eurem Automaten im Wartebereich wird tatsächlich noch 'Zigeunersuppe' angeboten. Im Jahr 2026. In einem Krankenhaus. Zwischen moderner Medizin, wissenschaftlichem Fortschritt und dem Anspruch, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft respektvoll zu behandeln."

Und weiter: "Vielleicht wäre das ein guter Anlass, einmal die Beschriftungen eurer Automaten durchzusehen."

Abschließend folgt ein Appell: "Also, liebes Klinikum: Medizinisch seid ihr hoffentlich auf der Höhe der Zeit. Vielleicht schafft es eure Beschriftung ja auch noch ins Jahr 2026. Guten Appetit und freundliche Grüße aus der Gegenwart."

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Städtisches Klinikum Dresden reagiert auf Vorwürfe

Das Städtische Klinikum Dresden nimmt die Angelegenheit sehr ernst. (Archivfoto)  © Thomas Türpe

Das Städtische Klinikum Dresden reagierte, eine Pressesprecherin sagte gegenüber TAG24: "Wir nehmen den geschilderten Sachverhalt ernst und möchten aktiv zu dessen Aufklärung beitragen. Der abgebildete Automat ist uns bislang nicht bekannt. Wir recherchieren daher, um seinen Standort und den zuständigen Automatenbetreiber zu ermitteln."

Weiter heißt es im ersten Statement: "Sobald uns weitere Informationen vorliegen, werden wir diese prüfen und uns für eine Klärung einsetzen."

Ganz zur Freude des Seitenbetreibers, der ebenfalls kontaktiert wurde. Dieser veröffentlichte daraufhin am Samstagmorgen ein Update, in dem er das Klinikum für die schnelle Reaktion lobte.

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"So geht das! Ein Hinweis, ein offenes Ohr und eine verständnisvolle Reaktion. Vielen Dank an das Klinikum Dresden-Friedrichstadt für die schnelle, freundliche und wertschätzende Rückmeldung und die angekündigte Änderung der Automatenbeschriftung [...]. Zuhören, verstehen, handeln. Genau so geht respektvolles Miteinander", heißt es.

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