Mehr als 150 Kinder in Sachsen werden vermisst

Dresden - Der kommende Montag ist weltweit der "Tag der vermissten Kinder". Auch in Sachsen verschwinden immer wieder Minderjährige.

Seit 1984 vermisst: Felix, damals 5 Monate alt, aus Dresden.
Seit 1984 vermisst: Felix, damals 5 Monate alt, aus Dresden.  © Ronny Klein

Aktuell sei im Freistaat der Verbleib von 67 Kindern und 102 Teenagern (14 bis 17 Jahre) ungeklärt, berichtet Tom Bernhard vom Landeskriminalamt

77 davon seien unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. 

"Die Zahlen sind immer nur eine Momentaufnahme, weil viele Fälle sich binnen kurzer Zeit klären", erklärt der Behördensprecher.

Nach Angaben der Initiative "Vermisste Kinder" verschwinden jedes Jahr bundesweit rund 60.000 Minderjährige. 

"80 bis 90 Prozent der Fälle erledigen sich in den ersten Stunden oder Tagen, bei Jugendlichen kann es auch länger dauern", sagt Vorstand Lars Bruhns. 

Die meisten hätten ihr Zuhause selbstbestimmt verlassen - etwa wegen schlechter Schulnoten oder Streit mit den Eltern. Doch es gibt auch Fälle, wo Kinder nie wieder auftauchen. 

Wie der des damals fünf Monate alte Felix, der 1984 aus seinem vor dem Dresdner Centrum-Warenhaus abgestellten Kinderwagen verschwand. 

Seit April 1995 verschwunden: Christopher (damals 3) aus Borna.
Seit April 1995 verschwunden: Christopher (damals 3) aus Borna.  © Polizei
Verschwand im Juni 1995 spurlos: Nadine (8) aus Leipzig.
Verschwand im Juni 1995 spurlos: Nadine (8) aus Leipzig.  © Polizei

Trotz aller Bemühungen wurde er bisher nicht gefunden. 2015 wurde die Strafakte "Felix" geschlossen.

Auch von dem 1995 in Borna verschwundenen Christopher Frank (3) und der im selben Jahr in Leipzig verschollenen Nadine Hertel (8) fehlt weiterhin jede Spur.

Titelfoto: Polizei; Ronny Klein

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