Marktleiter verteidigt unförmige Striezeltanne: "Viele schöne Dinge im Leben sind rund"
Dresden - Dresdner und Touristen verspotten die diesjährige Striezeltanne: Ihr fehlen die Spitze und zahlreiche Zweige, zudem hat sie eine merkwürdige Form. Doch Stefan Heilig (50), Chef der Kommunalen Märkte, verteidigt den Weihnachtsbaum.
Ein besseres Exemplar habe man in der Region nicht finden können, erklärt der Marktchef im TAG24-Gespräch. Der Borkenkäfer habe den Bestand stark dezimiert, außerdem kämen nur Bäume infrage, die sowieso gefällt werden müssen.
Rund 30 potenzielle Striezelbäume seien dieses Jahr begutachtet worden, nur drei in die engere Auswahl gekommen.
Heilig selbstsicher: "Um den Baum, den wir schließlich ausgewählt haben, würden uns zehn von zehn Städte beneiden."
Zwar gibt der Marktleiter zu: Die Tanne ist weder pyramidenförmig noch symmetrisch. Dafür ist sie stellenweise kahl, weil beim Transport Äste abgefallen sind.
Kleine Macken geben der Dresdner Striezeltanne Charakter
"Aber genau das gibt dem Baum doch Charakter. Wir wollen natürliche, nicht perfekte Weihnachtsbäume", findet Heilig.
Seiner Meinung nach müssen Striezeltannen auch nicht unbedingt eine Spitze haben. "Viele schöne Dinge im Leben sind rund. Wir hängen ja auch Weihnachtskugeln an die Zweige und keine Pyramiden."
Titelfoto: Petra Hornig
