Dresden - Neue Details zum geplanten kleinen Stadtwald an der Ammonstraße! Dort will eine Initiative um Arlett Wilhelm (54) 7000 Quadratmeter städtische Freifläche aufforsten, eine "Waldinsel" schaffen - mit Rückendeckung aus dem Rathaus.
Derzeit sieht die Grünfläche zwischen Budapester Straße und Ammonstraße unscheinbar aus - in einem Jahr vielleicht nicht mehr.
"Das wird ein Ort zum Verweilen, vielleicht hört man wieder Vögel zwitschern", sagt Arlett Wilhelm. Sie kam vor rund einem Jahr auf die Idee, einen neuen Mini-Stadtwald zu pflanzen, fand Unterstützer, überzeugte das Rathaus.
Ziel: bessere Luft, mehr Artenvielfalt, ein kühleres Stadtklima.
Friedrich Findeisen (35), Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Sachsen, koordiniert Finanzierung und Umsetzung an der Ammonstraße, wird konkret.
So soll der Mini-Wald aussehen
"Den Kern der Waldinsel bilden Eichen, Linden und Hainbuchen. Drumherum werden Wildobstbäume gepflanzt, in einem dritten Ring dann Sträucher wie Weißdorn oder Holunder und im äußeren Ring krautige Pflanzen." Diese Anordnung soll den Pflegeaufwand minimieren, klimafest sein.
Er betont, dass auch Lichtungen mit Blühwiesen, Wege und Sitzgelegenheiten entstehen sollen. "Das wird kein großer, dunkler Waldblock. Vielmehr pflanzen wir mehrere kleine Waldinseln und verbinden sie organisch miteinander."
Doch könnte ein neuer Stadtwald - ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs - nicht trotzdem die Falschen anlocken? Im schlimmsten Fall sogar ein neuer Angstraum werden?
Keine Beleuchtung geplant
"Diese Befürchtung ist im urbanen Raum real", gibt Projektleiterin Wilhelm zu. "Das darf aber nicht verhindern, die Stadt zu begrünen."
Beleuchtung soll jedenfalls nicht installiert werden. "Es ist gerade nicht das Ziel, Leitungen zu verlegen", sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne), verweist auch auf Lichtverschmutzung, die vermieden werden soll.
"In diesem Bereich ist es außerdem hell genug, an der Straßenbahnhaltestelle und an der Straße gibt es Licht."
Jähnigen ist vom Konzept der Waldinseln überzeugt, will weitere Flächen in "überwärmten Stadtteilen" (darunter Altstadt, Neustadt, Plauen, Pieschen und Teile von Striesen) auf ihre Eignung als Waldinseln prüfen lassen. "Das kann erst der Anfang sein", so die Bürgermeisterin.