Von Marvin Zubrod
Dresden - Der Wasserstand der Elbe bleibt laut Vorhersage des Landeshochwasserzentrums Sachsen niedrig. In den kommenden Tagen wird er in Dresden demnach weiter zwischen 50 und 60 Zentimetern liegen.
Damit sei man im "mittleren Niedrigwasserbereich", sagte Daniel Bachmann, Professor für Hydromechanik an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Der Niederschlag in Sachsen lag im Oktober nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes mit 43 Litern pro Quadratmeter leicht unter dem Durchschnitt.
Das Elbe-Einzugsgebiet könne man sich aktuell wie einen "ausgetrockneten Schwamm" vorstellen, sagte Experte Bachmann. Wenn es regne, versickere vieles zunächst in das Grundwasser.
"Erst wenn die Böden im Elbe-Einzugsgebiet das Wasser aufgesaugt haben, kann der Wasserstand wieder signifikant steigen." Selbst vereinzelte Regenschauer reichen also nicht aus, um den Wasserstand zu erhöhen.
Oftmals ist das Wasser tiefer, als suggeriert wird
Gleichwohl bedeutet das aktuelle Niedrigwasser nicht, dass man nun problemlos durch die Elbe waten kann. Denn der Wasserstand bezieht sich auf den Wasserstand über dem Pegelnullpunkt, wie Bachmann erläuterte.
Und dieser sei nicht zwangsläufig der niedrigste Punkt in einem Flussquerschnitt. Die Fahrrinne sei zum Beispiel häufig tiefer und liege unter dem Pegelnullpunkt.
Einschränkungen auf den Verkehr hat der Wasserstand derzeit offensichtlich nicht. Die sächsische Dampfschifffahrt fahre weiter "planmäßig und mit wachem Auge", sagte ein Sprecher.
Mit neun historischen Raddampfern hat sie nach eigenen Angaben die älteste und größte in Betrieb befindliche Raddampferflotte der Welt. 2026 feiert die Weiße Flotte 190-jähriges Bestehen.