Dresden buhlt auf Immo-Messe um Investoren: Um diese Quartiere geht es
Dresden - Es geht insgesamt um mehr als eine Milliarde Euro! Auf den Arealen hinter dem Haus der Presse, am Sachsenplatz, der Windmühlenstraße in Prohlis und der alten Leubener Operette sollen neue Stadtquartiere wachsen, Büros, Geschäfte und mehr als 1000 neue Wohnungen entstehen.
Auf Deutschlands größter Immobilienmesse "Expo Real" in München sucht die Stadt jetzt nach Investoren.
Seit Montag werben Vertreter der Stadt und weiterer Grundstückseigentümer, darunter auch OB Dirk Hilbert (54, FDP) und Baubürgermeister Stephan Kühn (47, Grüne), auf der Fachmesse um Partner und Geldgeber für die Großprojekte. Die Investoren sollen gemeinsam mit der Stadt die Areale in den nächsten Jahren entwickeln und bebauen.
"In den Quartieren soll nicht nur dringend benötigter Wohnraum entstehen, sie verbinden Wohnen mit Arbeitsplätzen, sozialen Angeboten, Kultur, Gastronomie und öffentlichen Räumen", erklärt Kühn.
Insgesamt geht es um eine "Bruttogrundfläche" von 250.000 Quadratmetern (alle Stockwerke zusammengerechnet), was fast 35 Fußballfeldern entspricht. Laut Verwaltung werden in der auch durch die Chip-Industrie wachsenden Stadt bis 2035 rund 21.000 neue Wohnungen benötigt.
Projektpräsentation laut Kühn gut angekommen
Doch es gibt auch Kritik. "Es schadet dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Stadt Leuten gehört, die hier nicht leben, sondern nur Kapital abschöpfen wollen", sagt Grünen-Stadträtin Susanne Krause (43) zur Expo-Initiative.
"Die Stadtverwaltung sollte dieses handfeste Problem nicht noch aktiv befördern." Stefan Engel (34, SPD) hält dagegen: "Wir müssen irgendwann auch mal ins Bauen kommen." Der Auftritt in München sei gut und sinnvoll, um Dresden als Wohn- und Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln.
Am Mittwoch endet die Messe. Die städtische Projektpräsentation sei gut angekommen, sagte Kühn am Dienstag.
Er habe viele Gespräche mit Projektentwicklern geführt und bereits Folgetermine vereinbart.
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Um diese Quartiere geht es
• Das "Opern-Quartier" hinter dem Haus der Presse
Auf dem Areal am Rand der westlichen Altstadt, wo sich aktuell hauptsächlich Parkplätze befinden, sieht das städtebauliche Konzept Büros, Wohnungen (insbesondere möblierte Einzimmerwohnungen), Hotels sowie Gastronomie und Geschäfte in den Erdgeschossen vor.
Im Zentrum ist ein begrünter Quartiersplatz geplant, dazu Fuß- und Radwegachsen von der Ostra-Allee zur Elbe und vom bestehenden Herbert-Wehner-Haus der SPD in Richtung Yenidze.
Der Stadtrat machte sich dafür stark, dass das Haus der Presse mit dazugehörigem Flachbau und Riegel ("MOPO-Gebäude") als Ensemble der Ost-Moderne erhalten und sichtbar bleibt. Grundstückseigner Bertelsmann sucht laut Rathaus nun einen Käufer oder Entwickler, das geschätzte Investitionsvolumen beträgt über eine halbe Milliarde Euro. Die aktuellen Arbeiten (Kleine Packhofstraße) haben damit aber nichts zu tun, dienen den Bauvorbereitungen für das Projekt am nahen Landtag.
• Neues Wohngebiet in Prohlis
Eine ähnliche Summe umfasst die Entwicklung des Areals an der Windmühlenstraße in Prohlis. Begrenzt von Heinrich-Mann-Straße und Erich-Kästner-Straße sollen auf den städtischen Brachflächen rund 800 Wohnungen gebaut werden. "Herzstück des neuen Quartiers ist eine autofreie, multifunktionale grüne Quartiersspange, die als Erholungsraum, Begegnungsort, Fuß- und Radwegeverbindung sowie Element der Regenwasserbewirtschaftung dient", teilt die Stadt dazu mit. "Wohnen, soziale Infrastruktur, kulturelle Angebote, untergeordnete gewerbliche Nutzungen und attraktive Freiräume sollen miteinander verbunden werden."
• Projekt Sachsenplatz
Neben dem Pflegeheim "Am Elbufer" am Käthe-Kollwitz-Ufer soll ein Karree mit Innenhof gebaut werden. "Wohnraum trifft hier auf neue Erdgeschossnutzungen und Angebote für den Alltag im Quartier", heißt es.
• Operetten-Areal Leuben
Die Flächen der ehemaligen Operette wurden nach dem Brand (Sommer 2025) beräumt, sollen zügig wieder genutzt werden. Das geplante Stadtteilhaus baut die Verwaltung selbst. Auf den Flächen dahinter sucht die Stadt einen Investor, der rund 100 Wohnungen errichtet. Zudem sind Bereiche für sportliche Nutzungen vorgesehen.
Titelfoto: Montage: privat, IMAGO/Richie Sanders Presse

