Konzept abgelehnt: Klima-Krieg in Dresden geht weiter
Dresden - Nach einem Fraktions-Aufstand gegen das Klimaschutzkonzept von Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) fiel es im federführenden Umweltausschuss durch. Die Grünen schäumen!
Das Konzept sieht vor: Bis spätestens 2040 soll Dresden klimaneutral sein, so hatte es auch der Stadtrat beschlossen. Erneuerbare Energien, Wärmepumpen, grüner Wasserstoff sollen Dresdens Erdgasbedarf ersetzen. Aber ist das überhaupt umzusetzen?
Ernste Zweifel äußerten jüngst die Fraktionen von CDU, Team Zastrow (TZ) und FDP/Freie Bürger. Im Umweltausschuss fanden sie jetzt mit der AfD eine Mehrheit dagegen.
Grünen-Stadtrat Wolfgang Deppe (70) zürnt: "Die Ablehnung stellt einen folgenschweren Angriff auf den Klimaschutz in Dresden dar", meint er. Das Kosten-Argument der rechten Fraktionen sei "fadenscheinig".
Ohne Klimaschutzkonzept stünden auch Fördermittel auf der Kippe. "Das Konzept ist ein Wegweiser, auch wenn nicht alles sofort machbar ist."
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Projektgruppe soll Probleme lösen
CDU-Stadtrat Veit Böhm (60) kontert: "Das, was die Grünen machen, ist Realitätsverweigerung." Das Konzept sei schlicht nicht umsetzbar.
"Man setzt auf den Einsatz von grünem Wasserstoff in Dresden, obwohl bei dieser Technologie viele Fragen offen sind."
Statt für das Konzept stimmte der Ausschuss für einen Antrag, demnach eine Projektgruppe konkrete, finanzierbare Klimamaßnahmen erarbeiten soll. Das letzte Wort hat der Stadtrat Ende März.
Titelfoto: Bildmontage: Oliver Killig dpa/lsn, Eric Münch, Petra Hornig
