Rathaus alarmiert: So viele Obdachlose hatte Dresden noch nie
Dresden - Die Linke schlägt Alarm: Die Zahl der wohnungslosen Dresdner steigt seit Jahren rapide an - das wurde am Donnerstag auch Thema im Stadtrat.
Eine Anfrage der Linksfraktion an die Verwaltung zeigt die Entwicklung. Demnach waren Ende 2022 in städtischen Einrichtungen für Wohnungslose 326 Personen untergebracht. Ende 2024 waren es bereits 385 und vergangenen Dezember 439 Personen. Laut Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (50, Linke) seien das so viele wie noch nie.
"Die explodierenden Mieten werden für immer mehr Menschen zu einem existenziellen Problem", mahnt Linken-Fraktionsvorsitzender André Schollbach (47).
"Dazu kommt, dass in den vergangenen Jahren auch Strom, Heizung, Lebensmittel teurer geworden sind. Diese Entwicklung bringt zahlreiche Menschen in erhebliche Nöte."
Das bestätigt auch Gerd Grabowski (79), der die sieben kirchlichen Nachtcafés koordiniert. Darin finden wohnungslose Menschen Unterschlupf, die nicht in städtischen Heimen nächtigen wollen.
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Wohnungsmangel sorgt in Dresden für Druck
"Wir haben in Spitzenzeiten bis zu 40 Gäste täglich, von denen bis zu 25 bei uns übernachten", sagt er. Im Winter sei man komplett ausgelastet. Die Dramatik nehme zu.
Das zeige auch die Zahl der umgesetzten Räumungsklagen, die in Dresden in den vergangenen zehn Jahren von 425 auf zuletzt 768 pro Jahr gestiegen sei.
Der Dresdner Wohnungsmarkt gelte seit 2013 als angespannt, die Nachfrage übersteige das Angebot, der Leerstand sei sehr gering, teilte Kaufmann am Abend im Rat mit.
Akut fehle es an "leistbaren Wohnungen für Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen".
Titelfoto: imago/Chris Emil Janßen

