Sanierungskosten explodieren! Dem Blauen Wunder rennt Zeit davon

Dresden - Ursprünglich sollte die Sanierung des Blauen Wunders in Dresden 3,5 Millionen Euro kosten. Im Bauausschuss am Mittwoch platzte dann die Bombe. Bis zu 120 Millionen Euro werden fällig! Deshalb wird die Loschwitzer Brücke fast 35 Mal so teuer wie geplant.

Die Rostschäden am Blauen Wunder werden immer offensichtlicher.
Die Rostschäden am Blauen Wunder werden immer offensichtlicher.  © Norbert Neumann

Die Brücke rostet vor sich hin. Ursprünglich rechnete die Stadt mit Kosten für die Komplettsanierung von etwa 35 Millionen Euro, bei einer Förderquote von 90 Prozent durch den Freistaat. Doch der zog die Reißleine, strich das Projekt von der Förder-Liste. 

Die Kosten stiegen auf 45 Millionen Euro, später auf bis zu 90 Millionen Euro. Gleichzeitig häuften sich die schlechten Nachrichten. 

Weil kein Geld da ist, verzögert sich die Sanierung. Dabei steigen die Baupreise pro Jahr um weitere sechs Prozent. Zudem haben die bereits erfolgten Teil-Sanierungen größere Schäden ergeben als gedacht. Intern rechnet die Stadt momentan mit Gesamtkosten zwischen 90 (bei einem zeitnahen Baubeginn 2022) und 120 Millionen Euro (inklusive Baurisiken und späterem Starttermin) - und aktuell ohne Fördergelder. 

"Bisher konnte der Freistaat keine Fördermittel in Aussicht stellen. Wir sind im Gespräch darüber", bestätigt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne). Der Ärger darüber ist groß. 

Muss die enorme Kostensteigerung begründen: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne).
Muss die enorme Kostensteigerung begründen: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne).  © Thomas Türpe
Stadtrat und Landtagsabgeordneter Thomas Löser (48, Grüne) kritisiert den Freistaat.
Stadtrat und Landtagsabgeordneter Thomas Löser (48, Grüne) kritisiert den Freistaat.  © Thomas Türpe
Auch als Verkehrsader ist die Elbquerung elementar.
Auch als Verkehrsader ist die Elbquerung elementar.  © Petra Hornig
Das Blaue Wunder prägt das Dresdner Stadtbild.
Das Blaue Wunder prägt das Dresdner Stadtbild.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB

"Ein Ersatzbau kommt nicht infrage und wir müssen bald sanieren, um nicht noch mehr Substanz zu verlieren. Die Dresdner Landtagsabgeordneten der Regierungskoalition müssen sich an einen Tisch setzen und den Druck erhöhen", sagt der Landtagsabgeordnete der Grünen, Thomas Löser (48). "Es ist ein Skandal, wie sich der Freistaat sich aus der Verantwortung stiehlt", kritisiert Tilo Wirtz (53, Linke).

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB

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