TAG24 testet ersten virtuellen Schalter: Sparkasse setzt jetzt auf Video-Kundenberatung

Pirna - Stellt Euch vor: Ihr betretet eine Bank-Filiale, braucht dringend Hilfe, weil Ihr vor dem Abendbrot noch schnell Geld überweisen wollt - und findet keinen Mitarbeiter. Stattdessen seht Ihr einen Bildschirm, darauf drückt Ihr einen Knopf und werdet mit einer Fachkraft über einen Video-Anruf verbunden. In der Ostsächsischen Sparkasse auf dem Sonnenstein in Pirna ist das seit ein paar Tagen Realität. Wie praktisch das ist, hat TAG24-Redakteurin Jacqueline Grünberger getestet.

Weitere "Videoservice-Stellen" sind erstmal, laut der Sparkassen-Sprecherin, nicht geplant.  © Stefan Häßler

Am Freitagnachmittag ist rund um den begehbaren "Video-Kasten" nicht viel los. Ich betrete den Raum (knapp vier Quadratmeter) und drücke einen kleinen Knopf. Sofort sehe ich Mitarbeiter Martin Szyske (49) auf dem Bildschirm.

Er sitzt in der Direktfiliale in Dresden-Gruna. Gemeinsam mit ihm gehe ich die Funktionen durch: Überweisungen annehmen, Sterbeurkunden und Personalausweise abfotografieren, Dokumente unterschreiben, falsche Zahlungen korrigieren oder auch die Sparkassen-Karte scannen.

"Das bloße Scannen reicht nicht. Aus Sicherheitsgründen werden Fragen gestellt, um sicherzugehen, dass man auch der Kartenbesitzer ist", erklärt Mitarbeiter Szyske. "Anders als beim Telefonat, kann ich übers Video im Gesicht des Kunden besser nachvollziehen, wo der Schuh drückt."

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Tatsächlich empfinde ich das Gespräch und den Service als angenehm, meine Probe-Unterschrift klappt auch einwandfrei.

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Aktuell teilen sich sieben Mitarbeiter aus der Grunaer Direktfiliale in Dresden den "Video-Dienst".  © Stefan Häßler

Viele Sparkassen-Kunden sind skeptisch

In der Filiale auf dem Sonnenstein in Pirna ist seit ein paar Tagen ein grauer "Video-Kasten" zu finden.  © Stefan Häßler

"Es ist extrem neu, wir sind eine der ersten ostsächsischen Filialen, die dieses Angebot haben", sagt Pressesprecherin Simone Bader (49). Doch viele Kunden seien bei Neuerungen erst einmal skeptisch.

Deshalb gebe es während der Öffnungszeiten Einweisungen von Azubis oder Studenten in den neuen Bildschirm-Schalter, was vor allem ältere Kunden zu schätzen wissen.

Das bedeutet aber auch einen personellen und finanziellen Mehraufwand. Trotzdem sollen Öffnungszeiten nicht verkürzt und Filialen nicht geschlossen werden. "Es ist kein Ersatz, sondern soll unser Angebot erweitern", so Bader. "Unpersönliche" künstliche Intelligenz soll nicht zum Einsatz kommen.

Unter anderem können bei dem Videoservice neue Unterschriften eingespeist werden.  © Stefan Häßler

Grund für den Videoservice (werktags 8-19 Uhr) ist ein gestiegenes Bedürfnis nach Online-Banking, was ab jetzt auch außerhalb der Filialöffnungszeiten (8-13 Uhr) möglich ist. Zu den Kosten für die neue Technik äußerte sich die Ostsächsische Sparkasse nicht.

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