Wut im Landtag: Kretschmer kämpft nach GSK-Schock um Dresdner Pharmawerk

Dresden - "So geht man nicht mit seinen Mitarbeitern um!": Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) kritisierte am Mittwoch im Landtag harsch den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK), der angekündigt hat, sein Werk in Dresden bis 2028 zu schließen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51) zeigt sich entsetzt.  © Katharina Kausche

GSK-Mitarbeiter auf der Besuchertribüne verfolgten eine heftige Aussprache.

Die Staatsregierung nutzte ihr Sonderrecht aktuelle Themen vor der Landtagssitzung aufs Tablett zu heben. Kretschmer zeigte sich dabei entsetzt darüber, wie GSK mit seinen Mitarbeitern umgeht.

Die Beschäftigten hätten nichtsahnend auf dem Hof ihres Betriebes von den Plänen erfahren. Ihn ärgert, dass das Unternehmen sich nicht bemüht, neue Produkte für das Werk zu kreieren und dessen Auslastung zu verbessern.

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Der MP kündigte an, auf dem politischen Parkett in Berlin und Brüssel für den Fortbestand des Werkes zu kämpfen. "Denn meiner Meinung nach kann unser Land nicht darauf verzichten. Wir sollten aus der vergangenen Pandemie gelernt haben, als wir in einer absoluten Notsituation gewesen sind."

Man werde solche Einrichtungen bei der nächsten Pandemie, bei den nächsten Krisen brauchen, betonte Kretschmer.

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Schlagabtausch um GSK-Standort Dresden

Um die drohende Schließung des Dresdner GSK-Werks entbrannte im Landtag ein heftiger Schlagabtausch.  © Robert Michael

Nach ihm trat Jan-Oliver Zwerg (61, AfD) ans Mikro. Er warf der CDU Mitverantwortung für die Entscheidung des Pharma-Konzerns vor.

Zwerg: "GSK hat eine politische Entscheidung getroffen" - gegen den Standort Deutschland. Anschließend zählte das BSW die Regierung an - wegen Ideenlosigkeit in der Wirtschaftskrise.

Susanne Schaper (48, Linke) drehte die Windrichtung der Debatte. Sie warf der AfD vor, Impfangst zu schüren und Skepsis vor wissenschaftlichen Erkenntnissen. Schaper: "Sie sollten in Demut die Klappe halten."

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Der Betriebsratsvorsitzende von GSK Dresden, Peter Mißbach, verfolgte mit zehn Mitstreitern die Debatte und traf sich im Anschluss mit Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD).

Er fordert von der Staatsregierung, dass sie "mit allen Mittel" für den Erhalt des Standortes kämpft. Zudem machte er klar, dass Deutschland und der EU ihre Pharma-Unabhängigkeit "etwas wert sein müssen".

Produkte made in Germany sind als billige Ramschware nicht zu haben.

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