Zweites Leben für altes Geschirr: Mit tollen Ideen retten zwei Freundinnen Omas Porzellan

Dresden - Verstaubt im Keller verrottet bei dem ein oder anderen bestimmt Großmutters Porzellan. Dass das noch eine zweite Chance bekommt, machen Anke Seidel (45) und Katrin Bandke (45) möglich. Aus Tellern, die eigentlich nur noch aufs Zerbersten warten, bauen die Freundinnen "Von Tisch zur Tafel" individuelle Etageren.

Auf Märkten ist Anke Seidel (45) mit den Etageren häufiger unterwegs.  © Eric Münch

Angefangen hat dabei alles mit der Hochzeit eines befreundeten Paares. "Mein Geschenk war, dass ich mich um Geschirr und Deko kümmere", erinnert sich Anke. Hier konnte es nicht individuell genug sein.

Um das schönste Sammelgeschirr zusammenzusuchen, hat sie nicht nur Flohmärkte, sondern auch eBay-Angebote durchstöbert. Doch nach der Hochzeit stellte sich die Frage: Wohin mit dem ganzen Geschirr? "Daraus ist dann die Idee unseres Geschirr-Verleihes entstanden."

Den nächsten Anstoß gab eigentlich der Zufall: Im Internet entdeckte sie selbst gebaute, antike Etageren, also mehrstöckige Teller: "Das wollte ich dann auch mal ausprobieren." Also griff sie kurzerhand zum Bohrer. "Aber hier ist erst mal viel zu Bruch gegangen."

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Mittlerweile sind Anke und Kindheitsfreundin Katrin allerdings mit Bohrständer und fachgerechten Bohrern gut ausgestattet: "Wir haben festgestellt, dass man den Bohrkopf einfach regelmäßig wechseln muss." Hier verlangt insbesondere Meissener Porzellan Fingerspitzengefühl: "Ich habe schon viel davon gebohrt, schwitze dabei aber immer noch."

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Katrin Bandke (45) liebt es, mit verschiedensten Tellermotiven zu arbeiten.  © Ralph Kunz
Bevor die Teller mit dem Bohrer durchbohrt werden, misst Katrin ordentlich nach.  © Ralph Kunz
Damit die Teller nicht springen, haben sich Katrin und Anke angemessene Technik besorgt.  © Ralph Kunz
Damit nichts kaputtgeht, steckt Katrin die Etageren nach dem Bohren mit viel Liebe zusammen.  © Ralph Kunz

"Von Tisch zur Tafel" längst mehr als nur ein Hobby

So sieht ein "Bausatz" für eine selbstgebastelte Etagere aus.  © Ralph Kunz

Mittlerweile bieten die beiden sogar einen Bohrservice an, um vergessenen Erbstücken wieder Sinn zu verleihen: "Man macht Leuten Freude mit Sachen, die sie eigentlich nicht mehr genutzt haben. Und rauflegen kann man hier ja dann alles - ob Obst oder Kuchen."

Dass aus der Idee längst mehr geworden ist als ein Hobby, zeigt sich auch bei den beiden zu Hause. So widmen sie jede freie Minute ihrer Bastel-Passion. Während Katrin sich eigentlich hauptberuflich auf ihrem Dreiseitenhof bewegt, arbeitet Anke als Hörgeschädigten-Pädagogin.

"Aber das hier ist unsere Passion. Wir stecken viel Energie in Verleih und die Etageren."

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Im Mittelpunkt steht für beide der nachhaltige Gedanke. "Es gibt so viel altes Geschirr, das gar nicht mehr verwendet wird. Vieles davon ist auch eigentlich so wertvoll und schön." Weitere Infos: vomtischzurtafel.de

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