Skandal oder gute Werbung? So bewerten erfolgreiche Unternehmer den Nackt-Auftritt von Sydney Sweeney
Los Angeles - Selten schlug eine Werbekampagne derart hohe Wellen, wie der jüngste Nackt-Auftritt von Schauspielerin Sydney Sweeney (29, "The Housemaid") für den US-Sportwettenanbieter "Novig". Aber hat sich all der Trubel auch gelohnt?
Mit dieser Frage haben sich mehrere erfolgreiche Unternehmer und Unternehmerinnen beschäftigt. Im Gespräch mit dem US-Magazin "SportsBoom" blickten sie dabei aus wirtschaftlicher Sicht auf die Skandal-Werbung, die insbesondere in der Welt des Frauensports scharf verurteilt wurde.
Ohne die viele nackte Haut in dem Werbevideo positiv oder negativ zu bewerten, bemängelte Morissa Schwartz, eine vom Forbes-Magazin ausgezeichnete Gründerin des Verlags "GenZ Publishing", dass seitens Novig beim Wachstumsplan der Fokus rein auf das Erzielen von Aufmerksamkeit gelegt worden sei.
"Ich würde eine besonders genaue Prüfung erwarten, wenn eine Kampagne aus dem Umfeld von Glücksspielen auf reichweitenstarken Kanälen mit sexualisierten Darstellungen von Prominenten wirbt", sagte Schwartz.
Wichtige Fragen, etwa, ob durch die Werbung ein Zusammenhang zwischen Wetten und sexuellem Erfolg hergestellt wurde, habe das Unternehmen im Vorfeld nicht ausreichend berücksichtigt.
Aus Sicht der Geschäftsfrau sei der gewählte Slogan "Just Sports" zwar prägnant, jedoch würde vielen Zuschauern Sydney Sweeney als "prominente Protagonistin" stärker im Gedächtnis bleiben, als das eigentliche Produkt. Ob die Menschen nach der Betrachtung der freizügigen Werbung wissen, was Novig überhaupt verkauft, sei nun der "entscheidende Test".
Nackt-Werbung mit Sydney Sweeney: "Ich bezweifle, dass die Marke beabsichtigte, Frauen zu verschrecken"
Für den CEO eines US-Sportberatungsunternehmens, Mauricio Rios, sei die Provokation das klare Ziel der Werbekampagne gewesen: "Was das Unternehmen womöglich nicht vorhergesehen hatte, war die Reaktion von Frauen im Sport", sagte er dem Magazin.
Für Rios stelle sich nun die Frage, ob die Kontroverse um die Sweeney-Werbung möglicherweise mehr in Erinnerung bleibt, als das Unternehmen Novig selbst.
Dass der Sportwettenanbieter mit seiner Kampagne gezielt Frauen provozieren wollte, hält Jonathon Narvey, CEO einer PR-Agentur, dagegen für unwahrscheinlich: "Ich bezweifle, dass die Marke beabsichtigte, Frauen zu verschrecken; sie hat sich schlichtweg an ihre Kernzielgruppe gerichtet." In diesem Fall also an Männer, die wetten.
Für Narvey ein klassischer Fall von "Sex sells": "Wie historische Saloons im Wilden Westen oder das moderne Las Vegas zeigen, sind Sex und Glücksspiel in den Köpfen der Kunden schon immer irgendwie miteinander verknüpft gewesen."
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / ABACAPRESS, IMAGO / The Mega Agency

