Von Marie-Hélèn Frech
Erfurt - Ein Anrufer setzt eine 82-Jährige in Erfurt so sehr unter Druck, dass sie den Betrügern einen hohen Geldbetrag überlässt. Was die Polizei in solchen Fällen rät.
Ein unbekannter Mann hatte die 82-Jährige laut Polizei angerufen, sich als Arzt ausgegeben und erklärt, Geld für Medikamente aus dem Ausland zur dringenden Behandlung einer Angehörigen zu benötigen.
In einem "überzeugenden Gespräch" erzeugte der Betrüger Zeit- und Handlungsdruck, so die Polizei. Die Frau habe schließlich am Freitag einen fünfstelligen Geldbetrag an einen Unbekannten übergeben, der vor ihrem Haus wartete.
Ärzte und Krankenhäuser fordern niemals telefonisch Bargeld für Behandlungen, betonte die Polizei.
"Im Zweifel sollten Angehörige kontaktiert und die Polizei über den Notruf informiert werden."
Das empfiehlt die Polizei
Sogenannte Schockanrufe gehören laut der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes zu den häufigsten Betrugsmaschen.
Häufig suchten sich die Täter dafür gezielt ältere Menschen als Opfer aus. Ihnen tischen sie dann oft Geschichten über gesundheitliche, rechtliche oder finanzielle Notfälle von Angehörigen auf.
Oftmals geben sich die Anrufer als Polizisten, oder andere Amtspersonen, Juristen oder etwa als Bankmitarbeiter aus.
Diese Tipps rät die Polizei:
- Direkt auflegen und sich sammeln und eine Vertrauensperson unter bekannter Telefonnummer anrufen.
- In keinem Fall sollten persönliche Informationen weiter-, oder Geld und Wertgegenstände an Unbekannte übergeben werden.
- Sich an die Polizei wenden, wenn ein Anruf verdächtig wirkt.
- Mit Angehörigen und Freunden ein Kennwort zur Identifizierung am Telefon vereinbaren
- Im Telefonbucheintrag den Vornamen kürzen oder streichen lassen: Täter orientieren sich an Vornamen, die für die Generationen älterer Menschen typisch sind.