Über 100 Klagen von Mitarbeitern nach Zalando-Aus in Erfurt
Von Annett Gehler
Erfurt - Zahlreiche Mitarbeiter des von der Schließung betroffenen Zalando-Logistikzentrums in Erfurt wehren sich juristisch gegen ihre Kündigung.
Beim Arbeitsgericht Erfurt seien in den vergangenen Wochen insgesamt 109 Klagen gegen Zalando eingegangen, wie ein Sprecher des Gerichts mitteilte. Die Arbeitnehmer wandten sich damit vor allem gegen die vom Unternehmen Ende Juli ausgesprochenen Kündigungen.
Die Verfahren verteilen sich auf alle sechs Kammern des Arbeitsgerichts, hieß es. Zum Zwecke der gütlichen Einigung der Parteien seien bis November Termine anberaumt worden. Die ersten Güteverhandlungen soll es an diesem Freitag vor dem Arbeitsgericht geben.
Zalando will den Erfurter Standort Ende September schließen. Der Dax-Konzern begründet dies mit einer Neuausrichtung des eigenen europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme des Modehändlers About You. Ein neuer Logistikstandort entstehe in Gießen (Hessen).
Anfang Juli war nach monatelangem Tauziehen zwischen Betriebsrat und Management ein Sozialplan für die zuletzt noch mehr als 2000 Beschäftigten in Erfurt vereinbart worden.
Für die Verständigung auf einen Sozialplan war ein Spruch einer Einigungsstelle nötig. Die Finanzierung einer Transfergesellschaft, die Beschäftigten Unterstützung beim Übergang in eine andere Arbeit geben sollte, hatte Zalando verweigert.
Titelfoto: Jacob Schröter/dpa
