Von Jens Albes
Frankfurt am Main/Wiesbaden - Die umstrittene Kunstinstallation "A sky full of hope" in Frankfurt sowie Hessens neuer werblicher Außenauftritt sind unter anderem im Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds aufgelistet.
Unter dem Motto "Die öffentliche Verschwendung" sammelt der Verband bundesweit Beispiele für einen aus seiner Sicht nicht sparsamen Umgang mit Steuergeld. In Hessen haben es 14 Fälle in die diesjährige Kritikauflistung des Steuerzahlerbunds geschafft, so auch die Netzskulptur "A Sky Full of Hope - Earthtime 1.78" für 2,3 Millionen Euro, die seit August 2026 für drei Jahre über der Konstablerwache in Frankfurt hängt.
Der Steuerzahlerbund hält die Kosten für eine zeitlich begrenzte Installation für zu hoch und bezweifelt, dass das luftige Kunstwerk mit Lichtern und Leuchten den "eher trostlosen Platz" dauerhaft aufwertet.
Schon nach etwa einer Woche habe sich zudem der erste Vogel darin verfangen - die Rettung der Rabenkrähe durch die Feuerwehr habe geringfügige neue Kosten verursacht.
Die Stadt hatte erklärt, die Auswahl der Künstlerin und des Kunstwerks sei rechtmäßig erfolgt. Die aufgewendete Millionensumme stamme nicht aus dem laufenden Kulturetat, sondern teils aus Überträgen der "Initiative Innenstadt" von 2024, die ansonsten verfallen wären, und teils aus dem Nachtragshaushalt 2025. Woanders bei Kunst, Kultur oder Wissenschaft sei nicht gekürzt worden.
Aktuell fügte Hessens größte Stadt hinzu, es seien ihr "keine Kosten entstanden für den Feuerwehreinsatz. Das gehört zu deren Alltagsgeschäft, Stichwort Tierrettung." Der Einsatz sei nicht aufwendig und teuer gewesen.
Teures Redesign des Hessen-Logos laut Steuerzahlerbund "wegen des geringen Mehrwerts für die Bürger" unnötig
Ihr neues Erscheinungsbild für weit über eine halbe Million Euro stellte die schwarz-rote Landesregierung zum 80-jährigen Bestehen Hessens vor. Dazu gehören ein überarbeiteter Hessen-Löwe, eine Modenschau und eine Modekollektion.
"Der teure, aufwendig inszenierte neue Außenauftritt war unnötig - auch wegen des geringen Mehrwerts für die Bürger", kritisierte der Steuerzahlerbund. "Die Reaktion der Öffentlichkeit fiel verheerend aus", ergänzte er.
Die Staatskanzlei erklärte, die bisherige Hessenmarke sei 22 Jahre alt; nun gehe es um eine kommunikative Modernisierung "mit Klarheit und Wiedererkennbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger über Jahre hinweg".
Vorhandene Materialien im alten Design würden zunächst aufgebraucht, Haushaltsmittel nur umgeschichtet: "Kein Lehrer, keine Polizistin und kein Richter wird weniger eingestellt, nur weil Hessen ein neues Erscheinungsbild bekommt", betonte die Regierungszentrale.