Neue Gewalt-Dimension nach Demo in Frankfurt: Über 100 verletzte Polizisten, 54 Festnahmen

Von Christian Schultz

Frankfurt am Main - Bei den Krawallen in Frankfurt am Main sind mehr als 100 Polizeikräfte verletzt worden.

Mehr als 100 Polizisten wurden bei den Krawallen in der Frankfurter Innenstadt verletzt. 54 Personen wurden festgenommen.  © Boris Rössler/dpa

Darunter sei auch ein schwerer verletzter Polizist, sagte der hessische Innenminister Roman Poseck (56, CDU) in Frankfurt. Der Mann habe nach einem Steinwurf ins Gesicht Zähne verloren. 

Die Polizei, die in der Spitze mit bis zu 1300 Kräften vor Ort war, habe 54 Personen festgenommen, sie seien im Alter zwischen 13 und 29 Jahren. "Sie haben jedenfalls überwiegend die deutsche Staatsangehörigkeit", sagte Poseck über die Festgenommenen. 17 Geschäfte seien zudem beschädigt und fünf geplündert worden.

Nach Angaben der Einsatzleitung wurden 87 Strafanzeigen gestellt, es gab 366 Personenkontrollen und 1225 Platzverweise. Die entsprechenden Wohnsitze sind laut Polizei in Hessen, aber etwa auch in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz und in Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen. 

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Poseck sagte, die Polizei gehe derzeit davon aus, dass sie es mit 1000 bis 1500 gewaltbereiten Störern zu tun hatte.

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Auch ein Wasserwerfer war im Einsatz.  © Boris Rössler/dpa

Einsatzleiter: "Müssen klar zwischen der Versammlung und den Ausschreitungen im Nachgang differenzieren"

Erik Hessenmüller (l.), der Einsatzleiter der Polizei, und Hessens Innenminister Roman Poseck stellten sich am Sonntagnachmittag in einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten.  © Andreas Arnold/dpa

Der Einsatzleiter der Polizei sprach von einer "neuen Dimension der Gewalt" im Anschluss an die aufgelöste Demonstration. "Die weit überwiegende Zahl der Menschen, die gestern in Frankfurt demonstriert haben, hat dies friedlich getan", sagte Erik Hessenmüller. "Wir müssen klar zwischen der Versammlung und den Ausschreitungen im Nachgang differenzieren."

Noch in dem Demonstrationszug sei es wiederholt zu Vermummungen, dem Abbrennen von Pyrotechnik und dem Werfen von Böllern gekommen - von einer im Vergleich zur Gesamtzahl der Demo-Teilnehmer kleinen Zahl an Personen. Es habe sich ein "zunehmend gewalttätiger Schwerpunkt" in dem Demozug gebildet. 

"Dort hatten sich zunächst Personen aus dem linken, teilweise auch linksextremistischen Spektrum gesammelt", berichtete Hessenmüller.

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"Im weiteren Verlauf mischten sich zunehmend junge gewaltbereite Personen mit vorwiegend migrantischem Hintergrund dazu."

Teilweise habe es auch "Bezüge zum Pro-Palästina-Spektrum" gegeben. "Aus diesem Bereich heraus kam es zu immer massiveren Störungen und Angriffen auf Polizeikräfte."

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