Weihnachtsbaum "Nikolaus" ist da: Darum werden viele Frankfurter aber wieder nörgeln
Von Mona Wenisch
Frankfurt am Main - Der Nikolaus ist in Frankfurt etwas zu früh angekommen - und er ist grün. Seit Dienstag steht auf dem Römer der Weihnachtsbaum der Stadt, sein Name ist "Nikolaus".
Schon jetzt hat er dem vorherigen Weihnachtsbaum Frau Holle etwas voraus: Er wurde mit einem eigens komponierten Lied auf dem Römer angeliefert.
"Er trägt ein Stückchen Heimat mit auf seiner Reise, Schritt für Schritt. Und wo sein Weihnachtsleuchten scheint, werden zwei Welten still vereint", heißt es in dem Schlagerlied etwa. Und: "Von den Bergen bis nach Frankfurt hinein soll dein leuchtender Weihnachtsgruß sein."
Das Lied stammt laut den österreichischen Schenkern des Baumes von der Österreicherin Romana Krenmayr.
"Also dieser Baum muss zum Friseur"
In der Vergangenheit mussten die Weihnachtsbäume in Frankfurt einiges an Kritik an ihrem Aussehen einstecken.
Der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Frankfurt, Thomas Feda, dämpfte schon vor dem Aufstellen des Baums die Erwartungen: "Wenn der Baum jetzt aufgestellt wird, dann schaut er so aus, wie er ausschaut, wenn er mit unheimlich schwierigem Gerät hochgebunden worden ist", sagte er.
"Übersetzt heißt das für die Weihnachtsbaumnörgler unter Ihnen: Ja, heute kann man vielleicht nörgeln", so Felda weiter. "Aber ich verspreche ihnen, am 23. November wird keiner mehr nörgeln über den Baum. Dann steht er wieder da wie eine Eins." Am 23. November wird der Baum fertig geschmückt erleuchtet werden.
"Alles in allem wird es ein schöner Baum", sagte Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (43, SPD). "Und ich freu mich schon auf die Diskussionen." Die Kritik gehöre jedes Jahr schon zur Tradition, sagte er.
"Ich hab manchmal so eine Frisur mit Schlagseite", sagte der Bürgermeister von Wald-Königsleiten, Michael Obermoser (58, ÖVP), zum Anblick des Baumes. Aus seiner Gemeinde kommt der 27 Meter hohe und 6,7 Tonnen schwere Baum. "Also dieser Baum muss zum Friseur, damit er dann schön dasteht."
Titelfoto: Hannes P. Albert
