Von Carla Benkö
Frankfurt am Main - Erneut erkranken Menschen in Frankfurt an Malaria. Fachleute gehen davon aus, dass dies mit dem Flughafen zusammen hängt. Inzwischen ist eine der infizierten Personen tot.
Einer von zwei in Frankfurt am Main an Malaria erkrankten Menschen ist nach Angaben der Stadt gestorben. Es handelt sich um die Person, die im Stadtteil Schwanheim gewohnt hat, der nahe am Flughafen liegt.
Schon zuvor meldete sich das Gesundheitsamt mit einer Warnung. "Wir raten zu Mückenschutz durch Repellentien und bedeckende Kleidung", teilte das Gesundheitsamt mit. Repellentien sind Substanzen, die Mücken durch Duftstoffe fernhalten, es gibt sie etwa in Form von Sprays.
Ergänzend könne in den Wohnräumen Mückenschutz beispielsweise durch Fliegengitter das Risiko eines Stichs minimieren, teilt das Gesundheitsamt mit.
Die Gefahr, mit Malaria infiziert zu werden, sei für die Bevölkerung in der Stadt aber als sehr gering anzusehen: "Die klimatischen Bedingungen sind für den Zyklus von Mücke und Erreger in Deutschland ungünstig."
Am Dienstag hatte das Amt bekanntgegeben, dass zwei Anwohner nahe des Frankfurter Flughafens erkrankt sind.
Die beiden neu betroffenen Personen infizierten sich nach Einschätzung des Gesundheitsamts über eine Mücke, die in einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte. Sie hatten beide zuvor kein Malaria-Gebiet bereist und nicht am Flughafen gearbeitet, hieß es. Im Sommer waren bereits sechs Mitarbeiter des Flughafens an der sogenannten Flughafen-Malaria erkrankt, zwei davon starben.
Zusammenhang zwischen Fällen wird untersucht
Die beiden neu Erkrankten in Frankfurt aus dem nah am Flughafen liegenden Stadtteil Schwanheim waren in stationärer Behandlung.
Weitere Details zu ihnen und ihrem Zustand wurden zunächst nicht mitgeteilt. Die näheren Umstände werden noch untersucht - auch, ob es einen Zusammenhang mit den vorherigen sechs Malaria-Fällen gibt.
Das Frankfurter Gesundheitsamt ruft Bürger und Bürgerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen dazu auf, bei Symptomen an Flughafen-Malaria zu denken. Es betreibt auch ein Monitoring von Mücken, das nun auf Schwanheim ausgeweitet wurde.
Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird.
"Besonders bei Risikogruppen kann die Krankheit zu Koma und Tod führen. Schutz vor Mückenstichen und die Einnahme von vorbeugenden Medikamenten können die Erkrankung verhindern."
Erstmeldung vom 17. September, 12.52 Uhr, zuletzt aktualisiert um 15.21 Uhr.