Von Mona Wenisch
Frankfurt am Main/Hamburg - Macht der Klimawandel die Ausbreitung von Malaria in Deutschland wahrscheinlicher? So einfach ist es nicht. Anders als etwa beim Zika-Virus und bei Dengue-Fieber spielt der Klimawandel bei Malaria in Deutschland keine große Rolle.
"Der Hauptfaktor hier ist der Reise- und Warenverkehr", erklärt Jonas Schmidt-Chanasit, Professor an der Universität Hamburg und Facharzt für Mikrobiologie.
Fälle wie die Flughafenmalaria in Frankfurt seien isolierte Einzelfälle. "Da spielt das große Thema Klimawandel eben nicht die große Rolle."
In Frankfurt sind sechs Mitarbeiter des Flughafens durch Mücken mit Malaria infiziert worden - zwei davon starben. Diese Sonderform nennt man Flughafenmalaria, sie wird durch mitgereiste Mücken ausgelöst.
"Das Phänomen Flughafenmalaria wird seit vielen Jahrzehnten beschrieben", teilt das Gesundheitsamt Frankfurt mit. Es bestehe die Möglichkeit, dass zunehmende Hitze das Überleben von Mücken verlängere.
Laut Schmidt-Chanasit seien Flughäfen aber kein Umfeld, wo sich die Anopheles-Mücke - die Überträgerin von Malaria - wohlfühle.
Klimawandel spielt bei Viren größere Rolle
Im Gegensatz dazu spiele der Klimawandel bei den sogenannten Arboviren eine größere Rolle. Dazu zählen etwa das Dengue-Fieber, das Zika- und das Chikungunya-Virus. Dort sei es bisher meist so gewesen, dass infizierte Menschen die Viren mitgebracht und nicht gewusst haben, dass sie infiziert seien, sagt der Experte.
Hierzulande würden sie dann von einer Tigermücke gestochen werden, die die Viren weiterverbreite. Der Klimawandel wiederum begünstigt die Ausbreitung der Tigermücke. Schmidt-Chanasit stellt aber klar: Die Tigermücke überträgt keine Malaria.