"Engelmacherin" verbrennt Kinder: Historischer Kriminalfall sorgt in Hamburg für Gänsehaut

Hamburg - Die "Lieblingssaison" des Hamburg Dungeon hat begonnen: die Halloween-Zeit. Anlässlich dessen zeigt die Touristenattraktion in der Speicherstadt auch in diesem Herbst vom 1. Oktober bis 1. November eine Sondershow, die unter die Haut geht. Mit "Die Engelmacherin - the silent child" wird die Geschichte einer der wohl grausamsten und berüchtigtsten Kriminalfälle der Hamburger Geschichte erzählt.

In der Inszenierung wird die Verzweiflung der Eltern sowie der Gerichtsprozess von Elisabeth Wiese erzählt.  © Hamburg Dungeon

Im Mittelpunkt des True-Crime-Falls von Anfang des 20. Jahrhunderts steht die Hebamme und selbst uneheliche Mutter Elisabeth Wiese aus Hamburg St. Pauli, die ihr zur Pflege gegebene Kinder brutal ermordet und verbrannt haben soll.

Die verzweifelten Eltern, die ihre Kleinen in die Obhut von "der Wiese" begaben, hofften stets auf ein besseres Leben für den Nachwuchs. Doch stattdessen verschwanden die Jüngsten spurlos.

In dem Kriminalfall schöpften verzweifelte Eltern aber nach und nach Verdacht. Schließlich kommen Polizei und das Hamburger Schwurgericht zu dem Schluss, dass "die Engelmacherin" fünf Kinder - darunter ihr eigenes Enkelkind - heimtückisch ermordet und mutmaßlich im eigenen Backofen verbrannt hat.

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Der Fall bestimmte über Monate die Schlagzeilen der Zeitungen der Hansestadt. Wiese wurde zum Tode verurteilt und unter dem Fallbeil hingerichtet.

Die knapp zehnminütige Sondershow erzählt dabei weniger von Elisabeth Wiese und deren grausamen Taten selbst, sondern konzentriert sich mehr auf die Geschichte der Eltern sowie die Ermittlungen und das Gerichtsurteil. Mithilfe eindrucksvoller Schauspielkünste und Spezialeffekten geht die Inszenierung dennoch unter die Haut.

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Bei der Premiere am Donnerstag spielte Darstellerin Luise eine verzweifelte Mutter auf der Suche nach ihrem bei Elisabeth Wiese abgegebenen Sohn.  © Alice Nägle/TAG24

Kriminalfall selbst für Schauspielerin "heftig"

Im Vorfeld der Vorstellung ordnete Historikerin Eva Decker (l.) den Kriminalfall rund um Elisabeth Wiese historisch ein.  © Alice Nägle/TAG24

"Wenn es auch draußen etwas düsterer wird, freuen wir uns etwas wirklich Kreatives, Düsteres und Besonderes wieder zum Leben zu erwecken", erklärte Daniel Zschoke, General Manager des Hamburg Dungeon bei der Premiere am Donnerstag.

"Wir schauen uns immer in der Hamburger Geschichte um und überlegen uns: Was passt zum Hamburg Dungeon?", nahm er TAG24 im Interview mit in den Auswahlprozess. "Diese Geschichte hat uns berührt und passt zum Grundkonzept: Wir wollen auch die düstere Geschichte der Hansestadt erlebbar machen."

Auch für die Schauspielerinnen ist dieser Fall nicht ohne, schließlich spielen die Akteurinnen die Show an hoch frequentierten Tagen bis zu sechsmal die Stunde. Eine von ihnen ist Luise, die bei der Premierenshow die Rolle der besorgten Mutter einnahm.

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Im Gespräch mit TAG24 erklärte sie, wie sie sich auf die Rolle vorbereitet und vor allem mental abgrenzt: "Ich habe mich versucht, nicht zu sehr auf Frau Wiese selbst zu konzentrieren, weil es sonst einfach viel zu emotional wird. [...] Ich habe mich sehr darauf konzentriert, wie es wäre, als Mutter dazustehen und Hoffnung zu haben, meinen Sohn doch noch zu finden", erklärte sie und ergänzte: "In der Schauspielschule haben wir genug Tools gelernt, wie ich mich abgrenzen kann, damit es mich als Privatperson nicht so trifft."

Dennoch betonte auch Luise, wie "heftig" es sei, sich als Schauspielerin immer wieder mit solch einer Geschichte auseinanderzusetzen und sie den Besuchern rüber zu bringen.

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