Z-Symbol in Telegram-Kanal verwendet: Anklage gegen zwei Hamburger

Hamburg - Die Staatsanwaltschaft klagt zwei Hamburger im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine an.

Das Z-Symbol wird zur Unterstützung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine verwendet.
Das Z-Symbol wird zur Unterstützung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine verwendet.  © Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Der 31 Jahre alte J. wird beschuldigt, im Zeitraum vom 27. März bis zum 4. August in 44 Fällen den russischen Angriffskrieg gebilligt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Angeklagte sei Anhänger eines prorussischen nationalbolschewistischen Gedankenguts. Um seine politischen Ansichten zu verbreiten, habe er am 15. Februar dieses Jahres den Kanal "Das andere Deutschland" auf Telegram erstellt. Dieser ist weiterhin vorhanden und hat 568 Abonnenten.

Die Bezeichnung und das Logo lehnen sich an die ultranationalistische russische Partei "Das andere Russland" an. Dabei handelt es sich um eine Nachfolgeorganisation der in Russland verbotenen "Nationalbolschewistischen Partei".

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Auf diesem Telegram-Kanal, seinem vk.com-Profil und einer Facebook-Seite soll J. eine Vielzahl von Beiträgen mit Z-Symbolen veröffentlicht haben.

Bei einer Durchsuchung fanden die Ermittler in der Wohnung des 31-Jährigen zwei verbotene Einhandmesser.

Das Amtsgericht Hamburg erließ bereits am 4. August einen Haftbefehl gegen den Mann. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Zweiter Beschuldigter soll 31-Jährigem geholfen haben

Um diesen Telegram-Kanal geht es.
Um diesen Telegram-Kanal geht es.  © Screenshot/Telegram

Bei dem zweiten Beschuldigten handelt es sich um einen 34-jährigen. Die Staatsanwaltschaft wirft S. vor, dass er in drei Fällen dem 31-jährigen Angeklagten Beihilfe geleistet haben soll. Konkret geht es darum, dass er am 31. März im Auftrag von J. das Logo dessen Telegram-Kanals mit einem "Z"-Symbol versehen haben soll. Außerdem soll S. ihm Artikel mit dem strafbaren Symbol für den russischen Angriffskrieg zur Verfügung gestellt haben. Der Verdächtige ist auf freiem Fuss.

Wann der Prozess am Landgericht Hamburg gegen die Verdächtigen eröffnet wird, ist unklar. Wegen Billigung des Angriffskriegs sowie Verstoß gegen das Waffengesetz drohen bis zu drei Jahren Haft.

Titelfoto: Montage: Dmitri Lovetsky/AP/dpa, Screenshot/Telegram

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