Von Christiane Bosch, Antonia Sawallisch
Hamburg - Reggae, Funk und Soul und eine besonders markante Stimme Hamburgs auf dem Heiligengeistfeld: Jan Delay (50) hat am Abend ein kurzes kostenloses Konzert auf dem Reeperbahn Festival gegeben - für ein Trinkwasser-Hilfsprojekt in Afrika, dessen Botschafter er ist.
"Ja ja Hamburg, was geht ab. Einen wunderschönen Abend", begrüßte der 50-jährige seine Fans. Gemeinsam mit den drei "Delaydies" stand der Hamburger für etwas mehr als eine halbe Stunde auf der Bühne - einem vergleichsweise kleinen, bunten Container - und heizte der Menge ein.
"Wow, wow, wow. Schön, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid. Schön dass wir eine Party feiern können auf diesem Container", sagte Delay. Schon beim ersten Song "Intro" schwenkte das Publikum die Arme durch die Luft. Es folgten unter anderem die Songs "Vergiftet" und "Wassermann". Spätestens bei "Saxophon" hüpfte das Publikum.
Klatschend forderten die Fans am Ende eine Zugabe ein. Die gab es dann auch: ein Hip-Hop-Medley, begleitet von roten Pyros in der Dämmerung. Zum letzten Song "Oh Johnny" forderte Delay das Publikum zum Wedeln mit Schals oder anderen Kleidungsstücken auf. Die Fans kamen der Aufforderung begeistert nach.
Vor Delay traten die Sängerinnen Shingai (45) und Nicole Hadfield auf. Eröffnet wurde die Show mit einer Tanzperformance von Conny Cow.
Auftritte von Jan Delay und Shingai sind Teil des Projekts Yunomi
Die Auftritte von Delay und Shingai sind Teil der Kampagne rund um das Trinkwasser-Projekt Yunomi. Dahinter steckt ein mobiler Wasseraufbereitungscontainer, der Kunstwerk und Trinkwasser-Infrastruktur zugleich ist.
Auf diesem mit bunten Blumen bemalten Container performten die Künstler. Nach dem Festival wird er per Schiff nach Kibera/Nairobi gebracht und dort dauerhaft täglich bis zu 50.000 Liter sauberes Trinkwasser bereitstellen.
Hinter dem Projekt stehen verschiedene Initiativen wie Future Female Africa, Viva con Agua und die Loni und Josef Grünbeck-Stiftung. Jan Delay begleitet es als Botschafter. Am Abend wurde zu Spenden aufgerufen.
Das viertägige Reeperbahn-Festival ist am Mittwoch gestartet. Es gilt als zweitwichtigster Branchentreff der Welt und eines der größten Clubfestivals Europas. Bis Samstag werden etwa 45.000 Festival-Besucherinnen und -besucher und etwa 6000 Fachgäste erwartet.
In den mehr als 70 Spielstätten - vom Mini-Club bis zur Elbphilharmonie - werden rund 425 Acts aus 44 Ländern erwartet.