Hamburg - Nach den Rohrbrüchen und der Störung der Wasserversorgung am Mittwoch in Hamburg ist ein großer Schaden entstanden. Die Dauer der Reparaturarbeiten ist derzeit unkalkulierbar.
In der Amsinckstraße hat sich ein riesiges Loch aufgetan, dort, wo am Mittwoch ein Wasserrohr mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern gebrochen ist.
"Das ist eine für den Trinkwasserbereich relativ große Leitung, da fließt innerhalb relativ kurzer Zeit ziemlich viel Wasser durch. Wenn so eine Leitung bricht, spült das Wasser den Fahrbahnunterboden weg. Dadurch kommt es zu Unterspülungen und zu Straßenabsackungen", erklärt Anna Vietinghoff, Sprecherin von Hamburg Wasser, im Gespräch mit TAG24.
In der Nacht sei das stehende Wasser abgepumpt und die Schadensstelle gesäubert worden. "Jetzt wird man langsam rangehen, die Fahrbahndecke aufstemmen und sich dann vorbuddeln durch den Sand bis an die Leitung", so Vietinghoff.
Erst dann könne man ein Schadensbild erstellen. "Davon abhängig ist dann, wie repariert wird und was repariert wird, in welchem Umfang wir erneuern müssen. Und dann können wir vielleicht erste Prognosen stellen, wie lange das jetzt insgesamt dauern wird", sagt die Sprecherin.
Was die beiden Rohrbrüche innerhalb weniger Stunden verursacht hat, ist noch völlig unklar. "Wir sind auch noch dabei, das Ganze zu analysieren und weiter zu untersuchen. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass beide Rohrbrüche miteinander in Verbindung stehen", so Vietinghoff.
Die Situation mit zwei Rohrbrüchen und der Störung der Wasserversorgung hat offenbar auch den Versorger überrascht. "Also ich habe das in meiner Zeit bei Hamburg Wasser in dem Ausmaß noch nicht erlebt", gesteht die Sprecherin.
In der Vergangenheit kam es bereits zu Angriffen auf das Trinkwassernetz
Insgesamt komme es in dem über 5000 Kilometer langen Trinkwassernetz zu etwa 400 Rohrbrüchen jährlich. Bricht ein Rohr, wird es vom Netz genommen. Das sogenannte Abschiebern funktioniert manuell - aber auch durch eine automatisierte Netzsteuerung.
Mit dieser Steuerung wird auch der Druck auf den Leitungen kontrolliert. So wurde der Rohrbruch in der Amsinckstraße beispielsweise durch einen massiven Druckabfall im System bemerkt.
Auch Druckschwankungen können zu Schäden im Trinkwassernetz führen. Laut Vietinghoff gebe es keine Hinweise auf einen Zugriff von außen vor dem gestrigen Vorfall.
"Natürlich kommt es auch dazu, dass es da Versuche gibt, unsere Systeme anzugreifen, aber in dem Fall würden wir, wenn jemand irgendwie manipuliert, die Druckschwankungen bemerken", erklärt die Sprecherin.
Es gebe viele Sicherheitsvorkehrungen, die auch ständig angepasst würden, um die Infrastruktur zu schützen.