Weinlese am Hafen: Reichen die Trauben für eine Rotwein-Produktion?

Von Hendrik Heiermann

Hamburg - Am Weinhang oberhalb der Hamburger Landungsbrücken sind die Trauben geerntet worden.

Carola Veit (SPD), Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, half bei der Weinlese am Stintfang.  © Daniel Reinhardt/dpa

Doch ob sie für eine erste Rotweinproduktion nach der Neupflanzung reichen, ist noch unklar. Vor zwei Wochen habe der absehbare Ertrag noch besser ausgesehen, sagte Winzer Ekkehart Opitz. Es gebe Verluste, weil Menschen Trauben vom Weinberg gestohlen haben.

Es sei eine "knappe Nummer", sagte Opitz. Die zuständige Winzerin werde entscheiden, ob sich die Produktion lohne.

"Wir gehen mal davon aus, dass es eine kleine erste Runde wird." Damit würde der Jahrgang dann sehr exklusiv. Die Trauben würden zur Weiterverarbeitung nach Stuttgart gebracht.

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Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit hat am Samstag gemeinsam mit den Hobbywinzern, die den kleinen Weinberg betreuen, die roten Trauben abgeschnitten und in Plastikkisten gelegt.

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Erste richtige Weinernte seit Umbau der U-Bahn-Station

Zum ersten Mal seit der Neubepflanzung des Weinbergs an den Landungsbrücken wird aus den Trauben der jungen Rebstöcke Wein produziert.  © Daniel Reinhardt/dpa

Aus den Trauben der Sorte Regent soll der erste "Hamburg Stintfang Rotwein" seit der Rodung entstehen. Der Weinberg am Stintfang – so heißt die Hamburger Anhöhe – war einst der nördlichste Weinberg Deutschlands. Seit 2009 trägt ein Weinberg auf Sylt diese Bezeichnung.

Der Weinberg war 2019 wegen des Umbaus der U-Bahn-Station komplett gerodet worden. 2022 wurden 99 neue Rebstöcke gepflanzt. Im vergangenen Jahr waren sie noch zu jung für eine ausreichende Ernte. Mit den wenigen Trauben wurde ein Gelee hergestellt. Der Ertrag werde nun von Jahr zu Jahr wachsen, sagte Opitz.

Anders als bei den früheren Jahrgängen vor der Rodung soll es diesmal keinen Cuvée geben, sondern ausschließlich Rotwein aus der Rebsorte Regent.

Wein wird nicht im Handel erhältlich sein

Der Wein aus den Trauben am Hamburger Hafen wird es nicht zu kaufen geben.  © Daniel Reinhardt/dpa

Der Weinberg am Stintfang wurde 1995 angelegt. Die Anlage hat eine Fläche von rund 500 Quadratmetern. Zehn ehrenamtliche Winzer kümmern sich um die Reben und begleiten die Weinproduktion.

Der "Stintfang"-Wein ist nicht im Handel erhältlich. Die kleine Menge wird vor allem an Gäste der Hamburgischen Bürgerschaft verschenkt oder für einen guten Zweck versteigert.

In früheren Jahren ergab eine Ernte den Angaben zufolge etwa 20 bis 50 Flaschen mit jeweils 0,375 Litern.

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