Minigolf trifft Museum: Diese Anlage ist deutschlandweit einzigartig!
Hamburg - Zwölf Bahnen, historische Artefakte und handgemalte Kulissen: In der HafenCity entsteht mit "Storygolf Hamburg" eine nach Angaben der Betreiber deutschlandweit einzigartige Indoor-Minigolfanlage. Die Eröffnung ist für Dezember 2026 geplant. TAG24 durfte sich rund zwei Monate vorher schon einmal auf der Baustelle umgucken.
Mit Ausnahme eines Plakats an der Glastür zum Kaiserkai hin, lässt sich im Eingangsbereich bislang noch nicht viel erahnen.
Doch wo aktuell noch Kabel, Farbe und Paletten gestapelt werden, soll schon bald eine 3D-Installation des Schnelldampfers "Augusta Victoria" die Besucher begrüßen.
Das historische Passagierschiff, benannt nach der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria (†1921), bildet den Auftakt zu einer ungewöhnlichen Zeitreise durch mehr als 1000 Jahre Hamburger Stadtgeschichte.
"Hier beginnt dann quasi eine Kreuzfahrt durch die Geschichte!", erklärt Gründer Martin Thater gegenüber TAG24.
Gemeinsam mit seiner Frau Iryna betreibt Thater unter anderem den Golfclub "Hamburg Gut Waldhof", der im Mai 2024 um eine Adventure-Minigolfanlage erweitert wurde. Inspiriert von ähnlichen Anlagen in Florida, entstand damals die Idee, Minigolf mit aufwendig gestalteten Erlebniswelten zu verbinden.
Mit "Storygolf" wollen die Thaters nun allerdings einen ganz eigenen Weg einschlagen: eine Mischung aus Museum und Spielspaß. Einen ersten Eindruck davon vermittelt bereits der nächste Raum. Dort befindet man sich quasi mitten in der Hammaburg des achten Jahrhunderts, jenen frühen Siedlungskern, der als Namensgeberin und Ursprung der Hansestadt gilt.
Die Minigolfbahn ist zwar noch nicht eingebaut, das riesige Wandgemälde hingegen bereits fertiggestellt. Gerade in Zeiten von KI haben sich die Thaters bewusst gegen digitale Projektionen entschieden. Stattdessen setzen sie auf handgemalte Szenerien.
Historische Artefakte auf eBay ergattert
Auf rund 300 Quadratmetern entstehen insgesamt zwölf Minigolfbahnen, die jeweils ein Kapitel der Hamburger Geschichte aufgreifen.
Die Reise führt unter anderem zu Klaus Störtebeker, über die Wallanlagen bis zum Beginn des Containerzeitalters und zur Reeperbahn.
Für das Museumsgefühl sorgen dabei nicht nur die handgemalten Kulissen, sondern auch historische Artefakte. Viele davon hat das Ehepaar über eBay ergattert.
Dazu gehören alte Feuerwehr-Wagenräder, ein Karussellpferd und ein historischer Feuerwehrhelm. Für den Hafenbereich stellte die "Hamburger Hafen und Logistik AG" (HHLA) zudem eine originale Containerwand zur Verfügung.
"Wir haben über ein halbes Jahr recherchiert", so Iryna Thater. Gemeinsam besuchten die Unternehmer Museen, sichteten historische Aufnahmen und schauten sich Originalschauplätze wie die Fischauktionshalle an.
Bei ihren Recherchen lernten die beiden nach eigenen Angaben selbst noch einiges dazu. So beschäftigten sie sich beispielsweise mit der Frage, warum der Hamburger Dom eigentlich Dom heißt.
Kurze Aufmerksamkeit, große Idee: Wie ihre Kinder "Storygolf" inspirierten
Die Idee zu "Storygolf" sei auch aus eigenen Erfahrungen mit den Kindern entstanden, so die Thaters. Auch privat würden sie gerne Museen besuchen, doch dort lasse die Aufmerksamkeit ihres Nachwuchses oft schnell nach.
Ganz anders sehe das aus, wenn die Kinder Dinge selbst anfassen könnten. Genau an diesem Punkt setzte "Storygolf" an. "Das ist quasi ein interaktives Museum", so Martin Thater.
Auch technisch soll die Anlage einiges bieten. Die Minigolfbälle werden den Spielern individuell zugeordnet, die Schläge automatisch erfasst und die Ergebnisse digital unter den jeweiligen Namen angezeigt.
Die klassische Papier-Punktkarte wird dadurch überflüssig und auch das Schummeln dürfte schwieriger werden.
Willkommen seien dabei längst nicht nur Kinder. "Alle von 6 bis 99 Jahren", betont das Ehepaar.
Noch wird gebaut, gemalt und eingerichtet. Einen festen Starttermin wollen die Betreiber allerdings erst bekannt geben, wenn tatsächlich alles bereit ist. Dennoch zeigen sich die Thaters zuversichtlich, die Anlage noch Ende des Jahres eröffnen zu können.
Titelfoto: Montage: Madita Eggers/TAG24, pr

