Anti-Gender-Initiative startet mit Unterschriften-Sammlung

Hamburg - Die Aktivisten von "Schluss mit Gendersprache in Verwaltung und Bildung" haben ihre Initiative im Hamburger Rathaus offiziell angemeldet. Der Presseandrang war groß.

Sabine Mertens (76) unterzeichnet im Foyer des Hamburger Rathauses die letzten Dokumente. Links, Dr. Hans Kaufmann, Pädagoge und Regionalleiter des "Vereins Deutscher Sprache".
Sabine Mertens (76) unterzeichnet im Foyer des Hamburger Rathauses die letzten Dokumente. Links, Dr. Hans Kaufmann, Pädagoge und Regionalleiter des "Vereins Deutscher Sprache".  © Kevin Goonewardena / TAG24 NEWS

Anfang des Jahres sorgte das Vorhaben der Hamburger Initiative einen Volksentscheid gegen die Verwendung der Gendersprache in städtischen Behörden, Unternehmen und Bildungseinrichtung auf den weg bringen zu wollen, über die Grenzen der Hansestadt hinaus für Furore.

Denn der Vorstoß in Hamburg gilt als der erste Deutschlands dieser Art.

Sabine Mertens (76), Coach, Kunsttherapeutin und Autorin, ist Gründerin der Initiative und engagiert sich darüber hinaus im in Dortmund ansässigen "Verein Deutscher Sprache e.V." (VDS) für den Erhalt selbiger.

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Das Ziel der Initiative beschrieb Mertens in einer Pressemitteilung wie folgt: "Sprache gehört uns allen. Das Volk holt sich die Sprache zurück. Unsere Volksinitiative hat das Potenzial zur größten deutschen Bürgerbewegung seit dem Umsturz der Mauer."

Anti-Gender-Initiative: Presserummel bei offiziellem Start des Volksbegehrens

Sabine Mertens (rechts) nach der erfolgreichen Anmeldung der Volksinitiative gegen das Gendern in der Amtssprache.
Sabine Mertens (rechts) nach der erfolgreichen Anmeldung der Volksinitiative gegen das Gendern in der Amtssprache.  © Kevin Goonewardena / TAG24 NEWS

Im Foyer des Hamburger Rathauses fanden sich zum offiziellen Start der Initiative neben Sabine Mertens auch Dr. Inge Blatt, Professorin um Ruhestand für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Hamburg, und Dr. Hans Kaufmann, Pädagoge und Regionalleiter des Vereins, ein.

Zahlreiche Fernseh- und Radio-Teams wohnten der Unterzeichnung im Foyer des Hamburger Rathauses bei.

Anti-Gender-Initiative: CDU-Landesverband und ARD-Rebellin stehen hinter Initiative

Um das erste Zwischenziel zu erreichen, sind zunächst 10.000 Unterschriften für den Antrag der Initiative nötig.

Helfen diese Zahl zu erreichen wird auch die Hamburger CDU - der Landesverband der Union stellte sich bereits hinter die Volksinitiative und ihr Anliegen.

Unterstützung bekommen Mertens und ihre Mistreiterinnen und Mitstreiter unter anderem von Julia Ruhs (Jahrgang 1994), Volontärin beim BR. Das Magazin ZEIT Campus des Zeit-Verlags fragte am Beispiel Ruhs "Ist der ARD-Nachwuchs wirklich so links?" Das konservative Nachrichtenmagazin Cicero bezeichnete Ruhs gar als "konservative ARD-Rebellin."

Ruhs findet, dass das Gendern "ständig das Geschlecht von Menschen" thematisiere. Es sei verrückt, so Ruhs in der Pressemitteilung, aber "Gendern ist eine sexistische Praxis, deren Ziel es ist, Sexismus zu bekämpfen."

Katharina Fegebank (45, Grüne), Zweite Bürgermeisterin von Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke. Sie lehnt eine Pflicht zur gendergerechten Sprache ab.
Katharina Fegebank (45, Grüne), Zweite Bürgermeisterin von Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke. Sie lehnt eine Pflicht zur gendergerechten Sprache ab.  © Daniel Reinhardt/dpa

Gendersensible Sprache Hamburg: Pflicht besteht nicht

Eine Pflicht gendersensible Sprache zu benutzen, besteht in der Verwaltung und den öffentlichen Einrichtungen Hamburgs nicht. Im Gegenteil. Man habe die bisherigen "Grundsätze zur Verwaltungssprache um zusätzliche Möglichkeiten" ergänzt, hieß es am 15. Juni 2021 in einer Mitteilung von Fegebanks Behörde.

Auch die Senatorin sprach sich immer wieder gegen eine Pflicht, respektive Verbote auf eine bestimmte Art und Weise zu kommunizieren, aus.

Erst kürzlich betonte die Grünen-Politikerin im Zusammenhang mit der Volksinitiative in Hamburg gegenüber dem Portal queer.de erneut, dass die Hamburger Politik keine Verbote wolle.

Titelfoto: Kevin Goonewardena/TAG 24 NEWS

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