Wie schon 2015: Hamburger sagen wieder "Nein" zu Olympia - "Herbe Enttäuschung"

Von Claas Hennig, Markus Klemm, Martin Fischer, Felix Schröder und Madita Eggers

Hamburg - Hamburg scheidet nach dem Bürgerwillen aus dem Rennen um die deutsche Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Spiele aus, noch bevor es richtig angefangen hat. Die Initiatoren einer Bewerbung scheiterten wie 2015 mit ihrem Referendum. 

Bürgermeister Peter Tschentscher (60, SPD): "Wir wussten aus dem früheren Referendum, dass die Skepsis gegenüber Olympia in Hamburg größer ist als in vielen anderen Städten".  © Daniel Bockwoldt/dpa

Schon vor Ende der Auszählung der Stimmen stand die Mehrheit gegen die Pläne fest, das globale Sportfest 2036, 2040 und 2044 an Alster und Elbe zu holen.

Laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf waren 652.193 Stimmen abgegeben worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Rund 1,3 Millionen Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt. 

Der rot-grüne Senat mit dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (60, SPD) an der Spitze erlebte damit ein Debakel wie der Senat vor elf Jahren.

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Damals hatten die Bürgerinnen und Bürger schon einmal gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Spiele 2024 entschieden. Damals stimmten 51,6 Prozent dagegen, nur 48,4 Prozent dafür. Die Wahlbeteiligung war mit 50,2 Prozent sogar noch höher als diesmal.

Bürgermeister Tschentscher sprach in einem unmittelbaren Statement nach der Niederlage von einer Entscheidung, die er "sehr bedauere", betonte aber: "Das Votum ist für den Senat verbindlich." Er habe die Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg bereits zurückgezogen. Auch Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (49, SPD) bezeichnete das Ergebnis als "herbe Enttäuschung" und "verpasste Chance für unsere Stadt".

Beide kündigten an, wichtige Projekte in den Bereichen Stadtentwicklung, Infrastruktur, Sport, Mobilität und Klimaschutz nun auch ohne Olympische und Paralympische Spiele entschlossen voranzutreiben.

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Olympia in Deutschland: Nur noch drei Bewerber zur Auswahl

Fast 50 Prozent der Hamburger nahmen an dem Hamburger Olympia-Referendum teil.  © Gregor Fischer/dpa

Nach dem Votum kann die Stadt nicht mehr in den nationalen Wettstreit mit München, der Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum und Berlin eintreten.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September, mit welchem Kandidaten er ins internationale Bewerbungsverfahren geht. 

Nach dem Ausscheiden Hamburgs hat der DOSB nur noch drei Bewerber zur Auswahl. In München und der Rhein-Ruhr-Region hatten sich jeweils etwa 66 Prozent für die jeweilige Bewerbung ausgesprochen.

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Berlin verzichtet aus verfassungsrechtlichen Gründen auf ein Referendum. Stattdessen beschloss das Abgeordnetenhaus am 21. Mai mehrheitlich, sich um Olympia zu bewerben. 

Bei dem Bürgerentscheid von Hamburgs vorgesehenem Partner Kiel am 19. April hatten 63,5 Prozent dafür gestimmt, dass sich die Stadt für künftige Spiele in Deutschland als Segelstandort empfiehlt. Kiel muss nun hoffen, auch bei den anderen Bewerbern zum Zuge zu kommen.

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