Tödlicher Rettungsversuch: Helfer von U-Bahn überrollt, Verdächtiger gefasst
Hamburg - Am Montagmorgen ist ein 26-Jähriger in Hamburg von einer einfahrenden U-Bahn erfasst und tödlich verletzt worden. Offenbar wollte er einen Begleiter retten.
Wie die Polizei gegenüber TAG24 bestätigte, hielt sich eine Personengruppe von mindestens drei Personen gegen 7.50 Uhr auf dem Bahnsteig der U-Bahn-Station Trabrennbahn auf und wartete offensichtlich auf die Bahn.
Als die Bahn einfuhr, sei einer der Männer unvermittelt vor die einfahrende U-Bahn gesprungen, so die Sprecherin.
Ein 36-jähriger Begleiter habe versucht, den Mann aufzuhalten und ihn am Arm festgehalten. Dabei sei der Retter allerdings selber zwischen die Bahn und die Gleise geraten.
Der Helfer wurde dabei tödlich verletzt. Die eintreffenden Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Helfers feststellen.
Der Mann, den der 36-Jährige aufhalten wollte, konnte sich auf die andere Seite der Gleise retten. Er trat anschließend, ebenso wie der dritte Mann aus der Gruppe, die Flucht an.
Während Fahndung: Polizei fasst Verdächtigen
Die Polizei fahndete mit mehreren Streifenwagenbesatzungen nach den Männern - und die Beamten trafen einen 28-Jährigen sowie zwei 24-Jährige und einen 35-jährigen Mann an.
Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei soll es sich bei dem 38-Jährigen um den Mann handeln, der vor die U-Bahn gesprungen war. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.
Zeugen wurden vor Ort vom Interventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes (KIT) psychosozial betreut. Die Ermittlungen zur Todesursache dauern an.
Aktuell liegen den Ermittlern Hinweise darauf vor, dass die Männer zum Unfallzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol und möglicherweise auch anderen berauschenden Mitteln standen, so die Polizei.
Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.
Erstmeldung: 11.13 Uhr, zuletzt aktualisiert: 15.33 Uhr.
Titelfoto: NEWS5 / René Schröder

