Melsungen - Im nordhessischen Melsungen wurde die Polizei am Montagabend zu einem Mann gerufen, der sich in einer hilflosen Lage befinden sollte. Doch so hilflos war der 30-Jährige gar nicht. Stattdessen legte er sich mit den Polizisten an und verletzte fünf Beamte so sehr, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Wie eine Polizeisprecherin am Dienstag berichtete, waren gegen 22.15 Uhr mehrere Anrufe bei der Polizei in Melsungen eingegangen: Passanten schilderten, dass ein hilflos wirkender Mann in einem Gebüsch in der Bahnhofsstraße liegen und vorbeilaufende Personen anpöbeln würde.
Als eine Polizeistreife vor Ort eintraf, war bereits ein Rettungswagen da und die Sanitäter kümmerten sich um den am Boden liegenden Mann. Sie stellten allerdings schnell fest, dass der 30-Jährige keine medizinische Hilfe benötigt.
Als dann die Polizisten die Personalien des Mannes feststellen wollten, griff er unvermittelt an und schlug einem der Polizisten ins Gesicht.
Erst mit der Unterstützung der Besatzung einer weiteren Streife gelang es, den sich heftig wehrenden Mann festzunehmen und zur Dienststelle zu transportieren. Auch bei der Fahrt sowie danach auf der Wache schlug und trat der 30-Jährige nach den Polizisten, beleidigte und bedrohte sie.
Fünf Beamte mussten im Anschluss im Krankenhaus behandelt werden. Einer konnte den Dienst wegen eines gebrochenen Fingers nicht mehr fortsetzen.
Der stark betrunkene und bereits polizeibekannte 30-Jährige ohne festen Wohnsitz verbrachte die Nacht zur Ausnüchterung und zur Verhinderung weiterer Straftaten in einer Zelle. Gegen ihn wird nun wegen tätlichem Angriff auf Polizisten, Beleidigung und Bedrohung ermittelt.