Falsche Anwälte, erfundene Schnäppchen: Betrüger legen Handwerker rein
Görlitz - Das Angebot verlockend, die Fälschung kaum erkennbar: Gleich mehrfach schlugen Betrüger zuletzt in der Oberlausitz zu. Ihre Masche: Sie kopieren die Webseiten von Anwaltskanzleien oder erstellen komplett erfundene, bieten Insolvenzwaren an. Doch nach Bezahlung wird nicht geliefert.
Es fing an mit einer Mail. "Im Mai habe ich sie bekommen", sagt Kay Hertwich (41), Chef einer Dachdeckerei in Weifa. "Da hing ein 82-seitiges PDF mit Insolvenzware dran."
Bei unangefragten Mails ist der Dachdecker-Meister eigentlich skeptisch, aber die Preise waren auch nicht zu verdächtig: "Da gab es Akkuschrauber, die sonst 250 Euro kosten, für 172 Euro", sagt Hertwich.
Dazu hat die Seite "volkmann-rechtsanwaelte.de" ein Impressum, eine Telefonnummer und sogar die Umsatzsteuer-ID führt zum gleichnamigen Anwalt. Nur dass das eben nicht seine Seite ist.
"Ich habe mir Werkzeuge von der Liste ausgesucht und dann um ein Angebot gebeten", sagt der Handwerker. "Dann habe ich 3000 Euro überwiesen." Anschließend passierte nichts.
Bei Telefonanrufen wurde er erst vertröstet, dann seine Nummer einfach geblockt. Schließlich alarmierte er die Polizei.
Betrugsfälle tun den Handwerkern weh
"Das kostet mich jetzt nicht die Existenz", sagt Hertwich. "Aber das tut schon weh."
Der Polizei sind mehrere Fälle dieser falschen Anwälte bekannt: So überwies ein Mann aus dem Landkreis Görlitz 30.000 Euro an eine falsche Kanzlei für einen Mercedes Vito, ein Firmeninhaber aus Niesky überwies für einen Radlader Hofreiter und Partner an die angebliche Kanzlei "Hofreiter und Partner".
Die Polizei ermittelt in allen Fällen und rät dazu, Kanzleien und Onlineshops, bei denen man etwas kaufen will, vorher in einer Suchmaschine zu prüfen.
Außerdem gibt es hier Tipps, um falsche Shops aufzuspüren: verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder
Titelfoto: Steffen Füssel

