Neue Betrugsmasche bei Schockanrufen: Vor dieser Methode warnen Experten

Erfurt - Vor einer besonders perfiden Variante des sogenannten Enkeltricks hat die Verbraucherzentrale Thüringen gewarnt.

Betrüger suchen sich gezielt ältere Menschen aus, um an Geld zu kommen. (Symbolfoto)
Betrüger suchen sich gezielt ältere Menschen aus, um an Geld zu kommen. (Symbolfoto)  © 123RF/sifotography

Dabei nutzten die Betrüger offenbar Sprachfetzen aus sozialen Medien als Grundlage, teilten die Verbraucherschützer am Mittwoch mit.

Mit einem Computerprogramm, das mit künstlicher Intelligenz arbeite, könnten die Betrüger diese Sprachfetzen nutzen, um ihre Stimmen am Telefon wie die von Verwandten oder Vertrauten von Angerufenen klingen zu lassen.

Bei den Anrufen würde dann - wie beim klassischen Enkeltrick - vorgetäuscht, dass sich der Enkel oder andere Verwandte der Angerufenen in Not befinde und dringend Geld benötige.

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"Achten Sie auf kleine Unregelmäßigkeiten in der Stimme - etwa abgehackt klingende Wortfetzen - um einen möglichen Betrug zu entlarven", sagte Ralf Reichertz, Referatsleiter Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Thüringen.

Egal ob der Hilferuf per Anruf oder per Whatsapp-Nachricht eingeht: "Beenden Sie das Gespräch. Melden Sie sich am besten direkt selbst bei Ihrem Neffen oder Enkel unter der Ihnen bekannten Nummer zurück, um zu fragen, ob tatsächlich eine Notlage besteht."

Auf keinen Fall sollten unter Druck am Telefon überstürzte Entscheidungen getroffen werden.

Häufig ältere Menschen im Visier von Betrügern

Vor allem ältere Menschen seien das Ziel von Telefon-Abzocke, deren Nummern Betrüger oft noch im Telefonbuch finden, weil sie nach Namen älterer Generationen suchen. Es könne also ratsam sein, sich aus dem Telefonbuch austragen zu lassen, so die Verbraucherschützer.

Bei einer anderen aktuellen Telefon-Abzocke geben sich die Betrüger als Mitarbeitende des Online-Bezahldiensts PayPal aus und drängten darauf, eine Tastenkombination zu drücken. "Es besteht die Gefahr, dass Sie durch das Drücken der Taste ungewollt ihre Zustimmung zu einem Vertrag erteilen", so Reichertz.

"Stattdessen sollten Sie auflegen und in Ihrem PayPal-Konto prüfen, ob tatsächlich verdächtige Zahlungen angewiesen wurden", teilten die Experten mit.

Titelfoto: 123RF/sifotography

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