Wenn "Sicher bezahlen" zur Sicherheitslücke wird: 40-Jährige verliert 40.000 Euro bei Online-Verkauf

Löcknitz (Vorpommern-Greifswald) - Die Polizei im Osten Mecklenburg-Vorpommerns warnt aus aktuellem Anlass vor Betrügern, die sich eine neue Bezahlfunktion bei Online-Verkaufsplattformen zunutze machen.

Einer 40 Jahre alten Frau aus Mecklenburg-Vorpommern ist eine angebliche "Sicher bezahlen"-Funktion im Internet zum Verhängnis geworden. (Symbolfoto)
Einer 40 Jahre alten Frau aus Mecklenburg-Vorpommern ist eine angebliche "Sicher bezahlen"-Funktion im Internet zum Verhängnis geworden. (Symbolfoto)  © Christin Klose/dpa-tmn

Damit büßte eine 40-jährige Frau aus Ramin bei Löcknitz rund 40.000 Euro ein, wie eine Sprecherin der Polizei am Dienstag in Neubrandenburg mitteilte.

Die Frau habe eine Kleinanzeigen-Plattform im Internet genutzt, um Gegenstände zu verkaufen. Darauf reagierte eine vermeintliche Käuferin und man tauschte Handynummern aus. Dann bekam die Verkäuferin eine SMS.

Die Interessentin gab an, die Preise mit der Funktion "Sicher bezahlen" begleichen zu wollen. Dazu sollte die Verkäuferin auf einen beigefügten Link klicken, was diese tat. Danach kam es zu Abbuchungen bei ihr.

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Als die Verkäuferin diese bestätigen sollte, kam ihr das verdächtig vor. Sie habe sich an ihre Bank gewandt. Dort sei sie aber beruhigt worden.

Es würde öfter mal zu solchen Fehlermeldungen kommen, das System sei nicht perfekt.

IT-Fachmann meldet sich: Echte Bank-Hotline-Nummer auf Display angezeigt

Schließlich rief ein angeblicher IT-Fachmann der Bank an, bei dem auch die echte Bank-Hotline-Nummer im Display auftauchte. Dieser sagte, dass auf dem Smartphone der Frau ein Trojaner sei. Dieser vertausche die Funktionen "Bestätigen" und "Ablehnen".

Der Mann schickte der Geschädigten einen Überweisungsauftrag, um angeblich alles rückgängig zu machen. Diesen bestätigte die Frau - womit sie unbewusst die Überweisungen an vier Konten der Betrüger autorisierte. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Titelfoto: Christin Klose/dpa-tmn

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